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Mitteldeutschland Morddrohungen gegen Merkel und Gabriel bei Pegida-Aufmarsch in Dresden
Region Mitteldeutschland Morddrohungen gegen Merkel und Gabriel bei Pegida-Aufmarsch in Dresden
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10:16 13.10.2015
Pegida demonstrierte am Montag erneut in der Dresdener Innenstadt. Quelle: dpa
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Dresden

Die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) sollten per Volksentscheid Sachsens Unabhängigkeit von Deutschland und der Europäischen Union anstreben. Das hat am Montagabend Tatjana Festerling, die gescheiterte OB-Kandidatin von Pegida, auf dem Theaterplatz vorgeschlagen. Vorbilder seien ähnliche Bestrebungen in Katalonien, Schottland und Tirol. Festerling begründete ihren Vorschlag mit aus ihrer Sicht gesetzeswidrigem und womöglich strafrechtlichem Verhalten der Bundespolitiker in der Asylpolitik. An der Veranstaltung beteiligten sich nach einer ersten Schätzung der Gruppe „durchgezählt“ 7500 bis 9000 Menschen.

Morddrohung gegen Merkel und Gabriel

Auch sonst wird der Ton immer bösartiger und aggressiver. So trug ein Teilnehmer einen hölzernen Galgen mit sich, an dem die Namen von Angela Merkel und "Siegmar" Gabriel hingen. Geahndet wurde dieses Konstrukt genauso wenig wie die weiterhin flächendeckend nicht eingehaltenen Versammlungsauflagen.

Gesehen heute abend in #Dresden bei der #Pegida-Demo. Ansonsten: ohne Worte.

Gepostet von Deutschlandfunk am Montag, 12. Oktober 2015

Pegida-Gründer Lutz Bachmann berichtete von der ersten Pegida-Kundgebung im holländischen Utrecht, bei der auch er gesprochen hat. Dass dort Gegendemonstranten von Pegida-Anhängern heftig attackiert wurden, erzählte er nicht. Für den kommenden Montag, an dem Pegida ein Jahr alt wird, kündigte Bachmann eine „Super-Geburtstagsfeier“ an. Dabei würden Gäste aus Tschechien, der Slowakei, Großbritannien, Italien und Österreich erwartet. Auch der deutsch-türkische Schriftsteller Akif Pirinçci, der unter anderem für rechte Publikationen schreibt, soll dann sprechen.

Trotz zahlreicher Provokationsversuche seitens Pegida-Teilnehmern, die ihre Kontrahenten mit Wörtern wie „Rassenschande“ belegten, blieb es bei den Gegendemonstranten komplett friedlich. Ein Pegida-Anhänger wurde festgenommen und erhielt eine Anzeige wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. Er hatte am Postplatz die Auseinandersetzung gesucht und dabei einen der 276 eingesetzten Polizisten angegriffen. Am Rande der Pegida-Demo kam es erneut zu Angriffen auf Medienvertreter. Ein Fotograf wurde bespuckt und von Pegida-Ordnern verbal attackiert.

LVZ

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