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Mitteldeutschland Mordfall Jasmin: Kinder melden sich als Zeugen - Tatverdächtiger in Leipzig in U-Haft
Region Mitteldeutschland Mordfall Jasmin: Kinder melden sich als Zeugen - Tatverdächtiger in Leipzig in U-Haft
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13:54 11.06.2014
Die Polizei führte den Tatverdächtigen Sebastian S. am Dienstag dem Ermittlungsrichter vor. Quelle: Volkmar Heinz
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Frohburg/Leipzig

„Vor dem Ermittlungsrichter hat er von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht“, sagte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz am Mittwoch.

Der 23-jährige Sebastian S. aus Hopfgarten war am Montag unter dringendem Tatverdacht festgenommen worden und sitzt seit Dienstag in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Leipzig. „Er wird wie jeder andere Neuankömmling auch behandelt“, sagte JVA-Sprecherin Susann Mielke gegenüber LVZ-Online. S. werde in einem Bereich für Untersuchungshäftlinge untergebracht. Dieser Trakt ist von den Zellen der verurteilten Straftäter abgetrennt.

Nach einem ärztlichen Check und einer speziellen Prüfung auf Suizidgefahr werde der angehende Altenpfleger nun gemeinsam mit mindestens einem weiteren mutmaßlichen Verbrecher zusammengelegt. Die Untersuchungsgefangenen dürfen sich täglich eine Stunde an der frischen Luft aufhalten, für zwei weitere Stunden werden die Zellen in dem abgeschlossen Bereich geöffnet. Dann sind laut Mielke auch Gespräche mit den anderen Insassen möglich.

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Neue Zeugen

Die Polizei war auch am Mittwoch erneut in Frohburg unterwegs. „Es werden weiter Spuren gesichert“, erklärte Polizeisprecherin Maria Braunsdorf. Einen neuen Hinweis lieferten am Mittwoch Kinder aus Tautenhain. Sie haben sich nach Informationen von LVZ-Online als Zeugen bei den Ermittlern gemeldet.

Die Schüler waren am Sonntagnachmittag mit ihren Angeln an einem Tümpel in genau dem Wäldchen unterwegs, an dessen Rand die Beamten einen Tag später den silberfarbenen Skoda und die Leiche von Jasmin fanden. Die Kinder wollen gegen 17 Uhr in unmittelbarer Nähe das Klappen einer Autotür bemerkt haben. Da sie keinen Angelschein besitzen, versteckten sie sich zunächst. Als anschließend niemand auftauchte, flüchteten sie aus Angst aus dem schmalen Forst.

Für die Ermittler könnte die Aussage ein wichtiges Mosaiksteinchen sein. Obwohl Jasmin bereits erwachsen war, begannen sie schon unmittelbar nach der Vermisstenmeldung am Samstagmorgen mit der Suche nach der angehenden Augenoptikerin. Üblich ist das sonst nur bei Suizidgefahr oder bei hilflosen Personen. „Das Mädchen galt als extrem zuverlässig“, begründete Braunsdorf den schnellen Einsatz, bei dem später auch ein Hubschrauber und Suchhunde eingesetzt wurden. Jasmin hatte am Freitag ihren Eltern noch fest zugesagt, dass das von ihr genutzte Auto der Mutter am nächsten Morgen wieder am elterlichen Haus steht.

Wichtiges Puzzleteil

Die Polizei hatte Ermittlern zufolge bereits am Sonnabend das Wäldchen an der Bahnstrecke zwischen Bad Lausick und Geithain unter die Lupe genommen. Zu diesem Zeitpunkt fanden sie noch keine Spur von dem Skoda. Die Vermutung der Beamten deshalb: Der Wagen wurde erst später dort abgestellt, möglicherweise vom Täter und möglicherweise als die Kinder am Tümpel angelten. Damit könnte sich nun das Puzzle ein weiteres Stück zusammensetzen, was zwischen Samstagmorgen und Montagmittag, als Jasmin gefunden wurde, geschehen ist.

Polizei und Staatsanwaltschaft kommentierten ihre Ermittlungen nicht. Damit blieben auch Berichte, das Opfer sei vergewaltigt worden, unbestätigt. Oberstaatsanwalt Schulz bekräftigte aber erneut, dass Sebastian S. derzeit der einzige Tatverdächtige sei. Sollte er später angeklagt werden, droht ihm eine Verurteilung wegen Mordes und damit eine lebenslange Freiheitsstrafe. Etwas anderes könnte allerdings dann gelten, wenn der 23-Jährige bei seiner mutmaßlichen Tat unter erheblichem Einfluss von Alkohol oder Drogen stand. Dann käme auch die Einweisung in die Psychiatrie in Frage.

Matthias Roth / Andreas Debski

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