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Mitteldeutschland Moskaus Sprachrohr im 2. Weltkrieg
Region Mitteldeutschland Moskaus Sprachrohr im 2. Weltkrieg
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22:41 08.07.2018
Titelseite der Zeitung „Freies Deutschland“ aus dem August 1944. Mitglieder des NKFD treffen auf Angehörige des BDO. Quelle: Archiv/Repro Kempner
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Leipzig

Ich bedauere, dass ich Ihre Kräfte und Erfahrungen für den Aufbau der Bundeswehr nicht verfügbar machen kann.“ Die Absage aus dem Bundesverteidigungsministerium vom 1. Februar 1957 kam per Einschreiben, war kurz und klar formuliert und ließ keinen Zweifel aufkommen: Günther von Berg wird für den Aufbau der Bundeswehr nicht gebraucht, denn es steht „nur eine relativ beschränkte Anzahl von Planstellen zur Verfügung, die es verbietet, alle Bewerber wieder zu verwenden“. Das Wort „wieder“ war fehl am Platze, denn es ging ja um eine neu aufzubauende Armee und nicht um eine „Wiederverwendung“. Die hätte nur in der nicht mehr existierenden Wehrmacht stattfinden können, in der von Berg allerdings bis 1943 im Range eines Majors gedient hatte.

Der Berufsoffizier aus Paderborn gehörte zu den 300 000 Soldaten und Offizieren, die im Januar jenes Wendejahres im Kessel von Stalingrad eingeschlossen waren und er gehörte zu den 90 000, die die Schlacht um die Stadt überlebten und in russische Kriegsgefangenschaft kamen. Ganze 6000 kehrten nach Deutschland zurück, die letzten Anfang 1956. Günther von Berg war die Heimkehr schon im Januar 1950 vergönnt, und erlebte mit, wie in der jungen Bundesrepublik die Wiederbewaffnung vonstattenging und wie die Bundeswehr aufgebaut wurde. „Mein Vater wäre gern dabei gewesen, er hatte ja beste Voraussetzungen“, berichtet Sohn Christoph von Berg (66), der in Leipzig als Rechtsanwalt arbeitet.

Gefangennahme bei Beketowka südlich von Stalingrad am 31. Januar 1943. Generalmajor Hans-Georg Leyser (links) und Major Günther von Berg (Bildmitte im Pelzmantel). Rechts neben ihm: Oberstleutnant Wolf und Sonderführer Silin. Die Namen der anderen beiden Männer sind nicht überliefert. Quelle: Archiv

Günther von Berg (1913–2007) war noch in der Zeit der Reichswehr Offizier geworden, war jüngster Bataillonskommandeur an der Ostfront und zuletzt 2. Generalstabsoffizier der 29. Infanterie-Division (mot.) in Stalingrad gewesen. In jenen Tagen seiner Bewerbung bei der Bundeswehr war er 44 Jahre alt, sozusagen im besten Mannesalter, und brachte „alle Voraussetzungen mit“, wie Christoph von Berg formuliert. Doch der Bund sagte Nein, und Major von Berg wusste auch warum: „Die Ablehnung erfolgte in Wirklichkeit, obwohl dies nie ausgesprochen wurde, wegen meiner Zugehörigkeit zum Bund Deutscher Offiziere des Generals von Seydlitz in russischer Kriegsgefangenschaft.“ Diesen Satz schrieb von Berg unter den Bescheid aus dem Verteidigungsministerium, den Sohn Christoph bis heute aufbewahrt hat.

Offiziere gründen eigenen Bund

Was war dieser Bund Deutscher Offiziere (BDO) für eine Organisation, dass die junge Bundesrepublik so viel Respekt vor deren ehemaligen Angehörigen hatte? Am 11. und 12. September 1943 waren in Lunowo, etwa 25 Kilometer von Moskau entfernt, über 100 Delegierte des höheren deutschen Offizierskorps aus verschiedenen Kriegsgefangenenlagern zusammengekommen, um über die Gründung dieses Bundes zu beraten. Hatten sich viele Offiziere und Generale anfangs noch hartnäckig geweigert, eine Anti-Hitler-Organisation auf dem Territorium des Feindes ins Leben zu rufen, so trug jetzt die beharrliche Überzeugungsarbeit von deutschen Emigranten und russischen Militärs Früchte. Zudem war nach der katastrophalen Niederlage von Stalingrad bei den meisten Offizieren die Erkenntnis gereift, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen und Deutschland nur noch ohne Hitler zu retten ist. Und so beschlossen die Delegierten die Gründung des BDO und verabschiedeten einmütig einen Appell „An die deutschen Generale und Offiziere! An Volk und Wehrmacht!“, in dem sie ihre Kameraden aufriefen, den sofortigen Rücktritt der Hitlerregierung zu fordern.

Offiziere können sich sowjetisches Angebot vorstellen

Auch Major Günther von Berg wurde Mitglied im BDO. „Mein Vater hatte erkannt, dass der Krieg militärisch keinen Sinn mehr macht, und die Lage wurde ja auch von Monat zu Monat schlechter“, erläutert Christoph von Berg. Zudem hätten sich die Offiziere durchaus mit dem „Angebot der Grenzen von 1937“ arrangieren können, sagt von Berg. Dieses „Angebot“ war Bestandteil einer größeren Offerte, mit der die Sowjetregierung im Frühsommer 1943 auf den Plan trat. Zu jener Zeit nach der Niederlage von Stalingrad hätte es zu Friedensverhandlungen zwischen Moskau und Berlin kommen können, wenn die Wehrmacht es geschafft hätte, Hitler zu stürzen. Moskau war für einen historischen Moment zu einem Separatfrieden bereit und bot die Rückführung der deutschen Truppen auf die Grenzen von 1937 an. Wenn dies zustande gekommen wäre, hätte möglicherweise nie ein Rotarmist deutschen Boden betreten.

NKFD mit 38 Gründungsmitgliedern

Das Sprachrohr, das Moskau für seine Offerte benutzte, war das Nationalkomitee „Freies Deutschland“ (NKFD), das vor nunmehr 75 Jahren, am 12./13. Juli 1943, auf Initiative der Sowjets und mit Segen Stalins in Krasnogorsk bei Moskau gegründet worden war. Kriegsgefangene Soldaten und Offiziere, kommunistische Emigranten, Wehrmachtsdeserteure, Schriftsteller, Theatermacher und andere Intellektuelle hatten sich an einen Tisch gesetzt und eine Anti-Hitler-Koalition ins Leben gerufen.

Beratung von Mitgliedern des NKFD, um 1944/ Von links nach rechts: Leutnant Heinrich Graf von Einsiedel, Major Karl Hetz, Oberst Hans Günter van Hoofen, Unteroffizier Gerhard Klement, Hauptmann Ernst Hadermann, Erich Weinert, General Walther von Seydlitz,Oberleutnant Friedrich Reyher, ganz rechts (verdeckt Rudolf Herrnstadt), Oberleutnant Fritz Rücker, General Otto Korfes, Walter Ulbricht, General Martin Lattmann, Wehrmachtspfarrer Josef Kayser, Soldat Max Emendörfer Quelle: Archiv/Repro Kempner

Die 38 Gründungsmitglieder unterzeichneten ein Manifest, das den Grundgedanken des Komitees formulierte: Es rief alle Deutschen zum Kampf gegen Hitler auf und forderte mit patriotischen Leitsätzen die Gründung einer „starken demokratischen Staatsmacht“. Der Dichter Erich Weinert wurde zum Präsidenten des NK, Major Karl Hetz und Leutnant Heinrich Graf von Einsiedel, ein Urenkel Bismarcks, zu Vizepräsidenten gewählt.

Ansprache von Heinrich Graf von Einsiedel

Die KPD-Emigrationsführung war unter anderem durch Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht vertreten, die Intellektuellen durch Schriftsteller wie Johannes R. Becher und Friedrich Wolf und die Mannschaften durch Soldaten wie Heinz Keßler oder Max Emendörfer.

Grundsatzdokumente ohne kommunistische Phrasen

Obwohl die federführenden Autoren des Manifests mit Rudolf Herrnstadt und Alfred Kurella Kommunisten waren, vermied das Grundsatzdokument jegliche kommunistische Phraseologie und orientierte eher auf die patriotische Haltung der Deutschen.

Auszug aus dem Manifest des NKFD

Die Farben des Komitees zielten mit dem Schwarz-Weiß-Rot des Kaiserreichs auf nationalkonservative Werte, die offenbar bewusst der schwarz-rot-goldenen Demokratie von Weimar entgegengesetzt wurden, um auch das konservative Offizierskorps anzusprechen und für die Organisation zu gewinnen. Die Sowjets stellten dem Komitee einen eigenen Rundfunksender „Freies Deutschland“ zur Verfügung wie auch die Mittel zur Herausgabe einer eigenen Zeitung „Freies Deutschland“, die sowohl in den Kriegsgefangenenlagern vertrieben als auch hinter den deutschen Frontlinien abgeworfen wurde.

Juli 1943. Max Emendörfer (2.v.links) spricht mit deutschen Kriegsgefangenen über die erste Nummer der Zeitung "Freies Deutschland in der das Manifest abgedruckt worden ist. Quelle: Archiv/Repro Kempner

Mit Lautsprechersendungen aus Schützengräben und Flugblättern, die zu Tausenden über der Front niedergingen, propagierten die NKFD-Mitglieder den Sturz Hitlers und die Rettung Deutschlands vor der totalen Niederlage. Doch der erhoffte Erfolg blieb aus. Das Oberkommando der Wehrmacht schwieg die Existenz des Komitees tot, die Generalität rebellierte (noch) nicht gegen Hitler und die deutschen Landser liefen nicht massenhaft zur Roten Armee über.

Vorbild General von Seydlitz

Die Sowjets erhofften sich mehr propagandistische Durchschlagskraft, wenn es gelänge, mehr hochrangige Offiziere für das NKFD zu gewinnen. Da diese jedoch Skrupel hatten, mit Kommunisten gemeinsame Sache zu machen, musste ein Umweg beschritten werden: der Bund Deutscher Offiziere. Es gelang den Russen, den Oberstleutnant Alfred Bredt zu bewegen, eine Initiativgruppe zur Gründung des BDO ins Leben zu rufen und danach nahm die Sache schnell Konturen an. Schließlich war auch General Walther von Seydlitz (1888–1976) bereit, mitzuwirken und wurde auf der Gründungstagung am 11./12. September 1943 zum Präsidenten des BDO gewählt. Seydlitz genoss hohes Ansehen in der Truppe, repräsentierte alte deutsche Militärtradition, und er hatte als erster im Kessel von Stalingrad gegen den Willen Hitlers einen Ausbruch angeregt, der jedoch am Wankelmut des Chefs der eingeschlossenen 6. Armee, Generalfeldmarschall Friedrich Paulus, scheiterte. Seydlitz war ein echtes Zugpferd für den BDO, weil sich an seiner Haltung viele Offiziere orientierten. Als Major von Berg von einem russischen Geheimdienst-Offizier gefragt wurde, ob er als BDO-Mitglied nun bereit sei, alles zu tun, was man von ihm verlange, antwortete er: „Ich werde all das tun, was General von Seydlitz von mir verlangt und was mit meiner Offiziersehre vereinbar ist.“

Generalleutnant Vinzenz Müller (rechts) im Gespräch mit Max Emendörfer. Quelle: Archiv/Repro Kempner

Während einige Offiziere bei der BDO-Gründung noch glaubten, nunmehr Bestandteil eines eigenen unabhängigen Clubs zu sein, stellten andere, die schon dem NKFD angehörten, den Antrag auch in den BDO aufgenommen zu werden. So kam es rasch zu personellen Überschneidungen in beiden Organisationen und schon am 14. September 1943 zu deren Fusion. In das NKFD wurden zusätzlich elf BDO-Mitglieder aufgenommen und das Präsidium entsprechend erweitert. Ihm gehörten neben Weinert, Einsiedel und Hetz nun auch von Seydlitz, General Alexander Edler von Daniels und der Soldat Max Emendörfer an.

„Ich war im BDO, nicht im NKFD“

Major Günther von Berg legte später bei Gesprächen mit seinem Sohn Christoph Wert auf Trennschärfe: „Ich war im BDO, nicht im NKFD.“ Das war formal juristisch womöglich sogar korrekt, änderte aber nichts an der damaligen Wirkung und der späteren historischen Betrachtungsweise: In der DDR-Geschichtsschreibung war das NKFD – inklusive BDO – die Blaupause für die „erfolgreiche Blockpolitik“ der SED, wonach unter dem Dach der 1949 gegründeten Nationalen Front alle Parteien und Massenorganisationen Einfluss auf die gesellschaftliche Entwicklung nehmen können sollten. Tatsächlich galt das Motto von SED-Chef Walter Ulbricht, wie es von Wolfgang Leonhard in „Die Revolution entlässt ihre Kinder“ überliefert ist: „Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen die Sache fest im Griff haben.“

Patrioten oder Verräter?

In Westdeutschland diskutierten Historiker lange Zeit, ob die NKFD-Mitglieder nun eher als Verräter oder eher als Patrioten zu betrachten seien. Und natürlich überwog in der jungen Adenauer-Republik, die ihre Bundeswehr mit bis zuletzt hitlertreuen Generalen wie Adolf Heusinger (1897– 1982) aufbaute, die Verräter-These. Aber beide Sichtweisen werden wahrscheinlich den individuellen Intuitionen der einzelnen NK-Mitglieder nicht gerecht. Was sie einte, war die Einsicht, dass mit Hitler kein Staat mehr zu machen war und dass nur ein rasches Kriegsende die drohende totale Kapitulation mit der Besetzung und Zerstückelung Deutschlands noch ab- wenden könnte. Zu dieser Auffassung hatte sich dann nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 auch Generalfeldmarschall Paulus durchgerungen und am 14. August seinen Beitritt zum BDO erklärt und ein Bekenntnis zur Bewegung „Freies Deutschland“ abgegeben. Das war zwar propagandistisch noch einmal ein großer Wurf, der in der Zeitung „Freies Deutschland“ und auf Flugblättern entsprechend herausgestellt wurde, aber auch der sollte dem Komitee nicht mehr zum Durchbruch verhelfen. Die Wehrmacht streckte nicht die Waffen, die Rote Armee rollte unaufhaltsam voran, im Westen war mit der Landung der Alliierten im Juni 1944 die Zweite Front eröffnet worden und in Teheran hatten Stalin, Roosevelt und Churchill längst die Aufteilung Deutschlands besprochen.

DDR spielt einigen NKFDlern übel mit

Führende Mitglieder des NKFD flogen schon im Mai 1945 in die Sowjetische Besatzungszone (SBZ), um hier die Pflöcke für ein neues Deutschland einzuschlagen. Und tatsächlich rekrutierte sich später ein Großteil der DDR-Elite aus ehemaligen NKFD-Mitgliedern bis hinein in die sogenannten Blockparteien CDU, LDPD, NDPD und DBD. Auch die Kasernierte Volkspolizei und die NVA wurden größtenteils von Ex-NKFDlern aufgebaut. Aber: Nicht jeder, der im NK war, machte auch Karriere, im Westen kaum einer, im Osten manche nur zeitweilig.

Frontbeauftragte des NKFD an der 1.Belorussischen Front, Dezember 1943. von links nach rechts: Christoph Seitz, Walter Ulbricht, Leo Aigner, Max Emendörfer, Heinz Keßler und Karl Benedikt. Stichwort: NKFD. Quelle: Archiv/Repro Kempner

Walther von Seydlitz, der als BDO-Präsident den Sowjets sogar die Aufstellung eines 40 000 Mann starken deutschen Freiwilligenkorps vorschlug, um mit der Waffe in der Hand bei der Zerschlagung des Hitlerregimes zu helfen, wurde für seine Kooperation mit Moskau überhaupt nicht belohnt. In Deutschland wegen Hochverrats zum Tode verurteilt, seine Familie in Sippenhaft genommen, kam er 1945 nicht etwa frei, sondern wurde zunächst bis 1950 weiter in der Sowjetunion festgehalten und dann noch wegen „Mordtaten an der Zivilbevölkerung“ während des Krieges verurteilt. Erst 1955 durfte er heimkehren nach Bremen und hatte in der Bundesrepublik als „Verräter“ keinen leichten Stand. Von einer Wiederverwendung in der Bundeswehr konnte keine Rede sein.

Anfang Juni 1963 verbreitet Zentralbild, die staatliche Fotoagentur der DDR anlässlich des 70. Geburtstages von Walter Ulbricht ein retuschiertes Foto, auf dem Max Emendörfer und Leo Aigner fehlen. Quelle: Archiv/Repro Kempner

Der Kommunist Max Emendörfer wurde 1945 in Berlin vom russischen Geheimdienst NKWD unter dem Vorwand verhaftet, in der Nazizeit V-Mann der Gestapo gewesen zu sein. Er wurde in den Lagern Hohenschönhausen und Sachsenhausen inhaftiert, wo er schon unter Hitler als KZ-Häftling gesessen hatte und 1947 zurück in die Sowjetunion verbracht. Dort machte man ihm noch 1953 einen Prozess und verurteilte ihn als „sozialgefährliches Element“ noch einmal zu zehn Jahren Verbannung in Sibirien. Er kehrte im Januar 1956 zurück in die DDR, wurde nach Halle abgeschoben und arbeitete als Redakteur bei der SED-Zeitung „Freiheit“.

In Archiv abgeschoben

Rudolf Herrnstadt (1903–1966), Verfasser des NKFD-Manifests und Chefredakteur der Wochenzeitung „Freies Deutschland“, stieg nach 1945 zunächst zum bedeutendsten Pressemann der DDR auf (Chefredakteur „Tägliche Rundschau“, „Berliner Zeitung“, „Neues Deutschland“ ) und wurde Kandidat des SED-Politbüros. Nach dem Aufstand vom 17. Juni 1953 stürzte er tief. Die SED-Führung hielt intellektuelle Freidenker nicht aus, die der eigenen Partei kleinbürgerliche Engstirnigkeiten vorhielten. Der aus Leipzig stammende SED-Chef Walter Ulbricht (1893–1973) war in jenen Tagen schon fast entmachtet; Herrnstadt galt als möglicher neuer Mann. Da bekamen die Sowjets Skrupel vor einem Kurswechsel in Ostberlin und verfügten: Ulbricht bleibt! Der rächte sich bitter: Herrnstadt wurde aller Ämter und Funktionen enthoben, aus dem Politbüro und der Partei ausgeschlossen und in ein staubiges Archiv nach Merseburg abgeschoben, wo er bis zu seinem Tod 1966 in Halle ein entwürdigendes Dasein fristete.

Bundeswehrabsage ist Thema bis zum Tod

Günter von Berg, katholisch und nationalkonservativ erzogen, nie NSDAP-Mitglied gewesen, kehrte 1950 zurück nach Paderborn in Westdeutschland und schlug sich fortan als Redakteur beim Westfälischen Volksblatt und später als Regionalchef bei der Nürnberger Versicherung durch. Christoph von Berg: „Uns ging es nicht schlecht, wir kamen zurecht, aber dass man meinen Vater bei der Bundeswehr nicht mehr genommen hat, darüber war er zutiefst enttäuscht. Das hat ihn bis zuletzt beschäftigt.“

Zum 75. Jahrestag der Gründung des NKFD hält Jan Emendörfer am 12. Juli einen Vortrag in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin; Stauffenbergstraße 13–14; Beginn 19 Uhr

Von Jan Emendörfer

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