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Mitteldeutschland Mückenzeit in Sachsen: Menschen werden von Blutsaugern dieses Jahr kaum belästigt
Region Mitteldeutschland Mückenzeit in Sachsen: Menschen werden von Blutsaugern dieses Jahr kaum belästigt
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17:43 23.07.2014
Einige warme Tage reichen und die Mücken kommen. Quelle: Uwe Anspach
Leipzig/Riems

„Die meisten Mücken suchen sich gerade Vögel für ihre Blutmahlzeiten“, weiß Stefanie Becker. Sie leitet den Bereich Infektionsmedizin am Friedrich-Löffler-Institut auf der Ostseeinsel Riems. Mücken sind ihr Spezialgebiet.

Die Insekten legten ihre Eier in Gewässern oder Überschwemmungsgebieten ab, so Becker. Fehle ein kräftiges Hochwasser, könne die für den Menschen lästige Art nicht schlüpfen. Wegen der Flut im vergangenen Jahr haben die Tiere den Sachsen auf der Terrasse und dem Balkon besonders zugesetzt. Lauschige Sommerabende ließen sich kaum genießen, weil die kleinen Stecher immer mit von der Partie waren.

Stefanie Becker hat die Erklärung: „Es gab nicht mehr Mücken als in anderen Jahren. Durch die großen Überschwemmungsflächen waren nur alle gleichzeitig da." Eine Mücke kann in einem Paket bis zu 100 Eier ablegen. Bei einer konstanten Temperatur von 25 Grad könnten die Tiere schon nach zehn bis 14 Tagen schlüpfen.

Bislang keine Mückenplage - aber Entwarnung noch nicht möglich

Entwarnung gibt Becker für diese Saison aber noch nicht. „Nach kräftigen Gewittern könnten die Flußauen noch überschwemmt werden“, sagte sie. Dort lagerten noch jede Menge Eier. Die Wissenschaftlerin räumte gleich noch mit einem weit verbreiteten Irrglauben auf: „Es ist für die Anzahl der Mücken egal, ob der Winter zuvor hart oder mild war“, erklärte Becker.

Die etwa 50 Mückenarten in Deutschland haben sich ihrer Umgebung angepasst und richtige Tricks entwickelt. Viele Weibchen versteckten sich in Kellern und überlebten die kalte Jahreszeit in einer Art Winterschlaf. In Großstädten suchten die Sauger auch in U-Bahn-Schächten Schutz. Einige Arten seien sogar so hart und überlebten in zugefrorenen Gewässern.

In welchen Gebieten welche Arten verbreitet sind, zeigt der Mückenatlas. Dabei handelt es sich um ein Mitmachprojekt des Leibniz-Instituts für Agrarforschung und des Löffler-Instituts. Die Idee: Mückenjäger schicken die von ihnen gefangene Tiere an die Wissenschaftler ins brandenburgische Müncheberg. Eine interaktive Karte wird anschließend mit den aus den Proben gewonnenen Daten ständig aktualisiert. Mehrere tausend Einsendungen sind bisher eingegangen. Aus Leipzig waren es in diesem Jahr gerade zwei Funde.

Adeline Bruzat

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