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Mundgerechter Service für Öko-Bilanz: Sachsen tüfteln an Bio-Zahnbürste

Mundgerechter Service für Öko-Bilanz: Sachsen tüfteln an Bio-Zahnbürste

Die Borsten haben sich die Tüftler bis zum Schluss aufgehoben. Alles andere ist schon soweit. „Wirklich bio“ nennt Volker Dreher die neue Zahnbürste - schließlich sei sie auch kompostierbar.

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Mundgerechter Service für die Öko-Bilanz: Eine Firma aus dem Vogtland will der Fachwelt eine vollständig kompostierbare Zahnbürste präsentieren. Die Vorarbeit dafür leisteten Zwickauer Wissenschaftler. Umweltschützer sind dennoch nicht ganz zufrieden

Quelle: dpa

Zwickau/Rothenkirchen. Der Geschäftsführer des Zahoransky-Werks im vogtländischen Rothenkirchen will das gute Stück im Mai auf der Fachmesse „Interbrush“ in Freiburg präsentieren.

In einem inzwischen abgeschlossenen Forschungsprojekt des Formen- und Werkzeugbauers gemeinsam mit der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) wurden zunächst die Bio-Griffe entwickelt. Sie bestehen aus Papier und Biokunststoff und können innerhalb weniger Wochen vollständig biologisch abgebaut werden, wie der Projektleiter und Professor für Kunststofftechnik, Lars Frormann, versichert.

Anlass für das Projekt waren Anfragen der Hotel- und Flugzeugbranche, hieß es. Die brauchen zuweilen für ihre Geschäfte Zahnbürsten, die nicht lange halten müssen. Diese Voraussetzung erfüllt die Bio-Bürste ziemlich prima: Etwa fünf Mal lasse sie sich zum Zähneputzen verwenden, sagt Frormann. „Entscheidend ist, wie sehr sie dabei mit Wasser in Berührung kommt.“

„Patentiert sind der Werkstoff und das Papierspritzgießverfahren“, fügt der Wissenschaftler hinzu, der inzwischen von Zwickau als Rektor der Fachhochschule Vorarlberg nach Österreich gewechselt ist. Damit die Bürste aber tatsächlich vollständig abgebaut werden kann, mussten nun noch die Borsten ausgewechselt - und „bio“ gemacht werden.

Präsentiert werden soll eine Lösung dafür in acht Wochen in Freiburg - die „Interbrush“ vom 9. bis zum 11. Mai gilt als weltweit führende Fachmesse für die Bürstenindustrie und ihre Zulieferer. Zahoransky-Geschäftsführer Dreher spricht von einem „Zwischenergebnis“, das man vorlegen wolle - die Branche solle „angefüttert“ werden. Wenn genug Hersteller Interesse zeigten, könne das Bio-Produkt bereits in einem Jahr auf dem Markt sein.

Nach Schätzungen werden laut Dreher allein in Deutschland jährlich etwa 200 Millionen Zahnbürsten verbraucht. Da macht es schon einen Unterschied, ob sie alle weiter wie bisher im Hausmüll landen - oder in der Biotonne. Die Freude des Zwickauer Abfallexperten vom Umweltverband BUND, Georg Heydecker, hält sich dennoch in Grenzen: „Die Idee mit der Bio-Zahnbürste ist wirklich gut, der Ansatz auch ok - aber viel schlimmer ist doch der Verpackungsmüll drum herum.“

Tino Moritz, dpa

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