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Mitteldeutschland NSU-Prozess: Zschäpe und Wohlleben wollen Aussetzung des Verfahrens
Region Mitteldeutschland NSU-Prozess: Zschäpe und Wohlleben wollen Aussetzung des Verfahrens
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12:40 08.10.2015
Blick in den Verhandlungssaal. Quelle: dpa
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München

Der Münchner NSU-Prozess ist am Donnerstag erneut ins Stocken geraten. Die Verteidiger des wegen Beihilfe zum Mord angeklagten Ralf Wohlleben verlangten zu Beginn des Verhandlungstages die Aussetzung des Verfahrens und die Entlassung Wohllebens aus der Untersuchungshaft. Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe, die sich als mutmaßliche Mittäterin für die Mordserie des NSU verantworten muss, schloss sich dem Antrag der Wohlleben-Seite an. Eine Entlassung von Zschäpe wurde allerdings nicht gesondert gefordert.

Die Bundesanwaltschaft widersprach dagegen und wies darauf hin, dass die „Grundsätze des fairen Verfahrens“ in dem Prozess gewährleistet seien. Das hatte Wohllebens Verteidigung in Abrede gestellt und mit der Affäre um die nicht existierende Nebenklägerin „Meral Keskin“ und dem andauernden Konflikt in der Zschäpe-Verteidigung begründet. Das Gericht entschied zunächst nicht über den Antrag.

Die eigentlich geplante Vernehmung dreier Ermittler des Bundeskriminalamtes verzögerte sich. Hauptangeklagte in dem Verfahren vor dem Oberlandesgericht ist Beate Zschäpe. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr Mittäterschaft bei allen Verbrechen des NSU vor, darunter eine Serie von zehn Morden und zwei Sprengstoffanschlägen. Am vergangenen Freitag hatte sich herausgestellt, dass eine Frau als Nebenklägerin im Prozess zugelassen wurde, die gar nicht existiert. Am Mittwoch führte das zum offenen Streit zwischen Zschäpes Verteidigern.

Von LVZ

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