Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Nabu klagt über zerstörte Schwalbennester - Projekt erfolgreich
Region Mitteldeutschland Nabu klagt über zerstörte Schwalbennester - Projekt erfolgreich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:41 15.04.2017
Schwalbennester werden manchmal irrtümlich für Verschmutzung der Hauswand gehalten, sind aber komplexe Bauten. Die Vögel kehren nach dem Winter immer wieder in ihre alten Nester zurück (Archivbild). Quelle: dpa
Anzeige
Leipzig

Wenn in diesen Tagen die Schwalben aus ihren Winterquartieren nach Sachsen zurückkehren, werden einige Brutpaare ihre angestammten Nistplätze vermissen. „Hausbesitzer zerstören immer wieder Schwalben-Nester, weil der Vogeldreck sie stört“, sagte Ina Ebert vom Naturschutz-Landesverband Sachsen in Leipzig. Dabei gebe es eine Reihe von Möglichkeiten, um Hauswände vor der Verschmutzung zu schützen, etwa mit kleinen Brettern etwa 50 Zentimeter unter der Kinderstube.

Die Zerstörung der Nester sei ein Grund, warum der Bestand dieser Vögel in den zurückliegenden Jahren ständig zurückgeht, sagte Ebert. Um dem Trend etwas entgegenzusteuern, habe der Nabu 2016 das Projekt „Hier sind Schwalben willkommen“ gestartet. „Es ist recht erfolgreich angelaufen und soll in diesem Jahr fortgesetzt werden“, sagte Ebert.

Etwa 100 Mal sei die Willkommens-Plakette vergeben worden. Das Schild kann zum Beispiel bekommen, wer die Tiere ungestört an seinen Gebäuden brüten lässt und Lehmpfützen anlegt. Aus feuchtem Material formen sich die Vögel kleine Klumpen zum Nestbau.

„Wenn Menschen den Schwalben helfen, helfen diese Vögel auch den Menschen“, sagte Ebert. Die Tiere seien sehr nützlich. So verfüttere ein Mehlschwalbenpaar während der Aufzucht seiner Jungen etwa 250.000 Insekten, das entspreche etwa einem Kilogramm. Die Vögel mögen etwa Fliegen, Käfer, Larven und Würmer.

Die Naturschützer gehen derzeit von 35.000 bis 70.000 Brutpaaren bei Mehlschwalben in Sachsen aus. In den 90er Jahren habe es noch 50.000 bis 100.000 Paare gegeben, sagte Ebert. Eine rückläufige Tendenz gebe es auch bei den Rauchschwalben. Von ihnen brüteten noch 30.000 bis 60.000 Paare, deutlich weniger als noch vor Jahren.

Ebert betonte, dass das Bundesnaturschutzgesetz Rauch-, Mehl- und Uferschwalben unter besonderen Schutz stellt. Es sei verboten, Schwalben nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Das Beseitigen von Schwalbennestern während der Brutzeit könne sogar mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro bestraft werden.

LVZ

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Linke Thüringen sieht die geplante Einrichtung eines gemeinsamen Überwachungszentrums für Telekommunikation von fünf Ost-Ländern „grundsätzlich kritisch“. Die Polizeieinrichtung soll in Leipzig aufgebaut werden.

15.04.2017

Brach liegende Grundstücke mit verfallenden Gebäuden sind für viele Kommunen ärgerlich. Es lässt sich vor allem dann wenig machen, wenn solche Grundstücke keine Eigentümer mehr haben. Ein neuer Staatsbetrieb soll in Sachsen den Kommunen helfen.

15.04.2017

Ostern ist der Klassiker für Familienausflüge. Immer weniger Menschen verbinden mit den Feiertagen die Auferstehung Jesu – vor allem für Ostdeutsche spielt der religiöse Ursprung kaum noch eine Rolle. Laut einer Umfrage macht dieser Trend selbst bei Gläubigen nicht halt.

15.04.2017
Anzeige