Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Nach „Eberhard“: Sturmgefahr in Sachsen die ganze Woche – dazu viel Regen
Region Mitteldeutschland Nach „Eberhard“: Sturmgefahr in Sachsen die ganze Woche – dazu viel Regen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:31 11.03.2019
Sturmschäden im Erzgebirge: Wie hier in Zwönitz sorgte Orkantief „Eberhard“ für einige umgestürzte Bäume. Quelle: dpa
Leipzig

Das Aufatmen nach dem Orkantief Eberhard, das am Sonntagabend in der Spitze mit 133 km/h auf dem Collmberg bei Oschatz über Sachsen hinwegfegte, ist nur von kurzer Dauer: „Die Sturmlage ist noch lange nicht vorbei. Es bleibt bis zum Wochenende sehr stürmisch“, warnt Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. Täglich ziehen Sturmfelder über Deutschland hinweg und bringen teils heftige Böen bis 100 km/h. „Dabei ist natürlich ständig ein Potenzial für weitere schwere Stürme gegeben“, sagt Meteorologe Jung. Sein Wetterportal lag übrigens wie auch Kachelmannwetter am Wochenende mit der Sturmprognose richtig: Beide Wetterdienste hatten bereits zeitig am Sonnabend sehr eindringlich vor der nahenden Orkangefahr gewarnt.

Frühling vom Winde verweht

Der Frühling bleibt also vom Winde verweht. Dazu gibt es in den nächsten Tagen Regen satt. Schuld daran ist die typische Westwetterlage, die nach langer Zeit mal wieder sehr dominant bei uns ist. „Eine so lange und ausgeprägte Westwetterlage hatten wir schon lange nicht mehr. Im gesamten Jahr 2018 gab es die sehr selten, daher wurde es damals auch so extrem trocken im Land. Es ist normal die Wetterlage die am häufigsten bei uns vorkommen und für die Niederschläge sorgt“, erklärt Jung.

Kachelmann: Grüne Jet-Stream-Behauptung ist Unfug

Ein Ende der aktuellen Westwetterlage ist derzeit nicht in Sicht. Wissenschaftlicher sowie einige sogenannte Experten hatten im vergangenen Jahr gemunkelt, dass wir zukünftig immer weniger Westwetterlagen wegen des verschobenen Jetstreams bekommen würden. So hatte Grünen-Politikerin Bärbel Höhn etwa behauptet, durch den nicht mehr funktionierenden Golfstrom würden wir einen polaren Wintereinbruch wie in den USA bekommen – als eine Folge des Klimawandels. Wettermann Jörg Kachelmann hatte diese Äußerung als groben Unfug bezeichnet. Und tatsächlich: Statt sibirischer Kälte trat nach wenigen Wintertag das Gegenteil ein, der Februar war ungewöhnlich mild und sonnig.

Auch Dominik Jung hält solche Behauptungen für wenig fundiert: „Siehe da, die Westwetterlage ist wieder voll da. Die Natur regelt früher oder später alles wieder.“ In den kommenden Tagen gibt es daher nun täglich Sturmböen und viele Schauer.

Mini-Märzwinter: Schneeschauer in Nordsachsen

Vorerst aber gibt es zum Wochenstart einen Mini-Märzwinter. Autofahrer etwa in Nordsachsen kämpften am Montagmorgen mit Schneeschauern, eine dünne weiße Decke machte die Straßen kurzzeitig rutschig. Am Tage ist weiterhin mit Graupelschauern und sogar mit kurzen Wintergewittern zu rechnen.

Von wegen Frühlingserwachen: Autofahrer in Nordsachsen mussten sich am Montagmorgen, wie hier auf der B2 bei Wellaune, auf Schnee und rutschige Straßen einstellen. Quelle: Majer, Olaf

Bis zu 100 Liter Regen pro Quadratmeter

Erst in den nächsten Tagen wird es wieder etwas milder. Dafür wird es sehr nass: „Die Regensummen der kommenden 10 Tage sind teilweise erheblich. Da kommen stellenweise bis zu 100 Liter pro Quadratmeter zusammen. Da können die Pegel der Flüsse und Bäche schon mal deutlich ansteigen“, so Jung. Nach Dürre sieht es zumindest im ersten meteorologischen Frühlingsmonat März nicht aus.

Wetterberuhigung frühestens nächste Woche

Eine Wetterberuhigung ist frühestens nächste Woche zu erwarten. Ob sie allerdings kommen wird, ist noch völlig offen. Die Westwetterlage geht bis dahin erstmal weiter. „Wollen wir mal hoffen, dass sich diese Westwetterlage mit viel Wind und Sturm nicht genauso einfährt wie im vergangenen Jahr die trockene Hochdruckwetterlage. Dann könnte das aktuelle Wetterjahr genau das krasse Gegenteil vom vergangenen Jahr werden“, so Wettermann Jung.

Von Olaf Majer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Anfang 2015 öffnet Frank Richter Pegida-Demonstranten die Tür der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung. Manche unterstellen ihm da Nähe zur AfD. Dabei läge ihm nichts ferner, sagt Richter. Jetzt spielt er für die SPD in Sachsen eine wichtige Rolle. Und legt ein neues Buch vor.

10.03.2019

Keine guten Aussichten für den Sonntag: Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Orkanböen in Leipzig und der Region – es können Äste, Dachziegel oder andere Gegenstände herunterfallen. Das wirkt sich auch auf den Zugverkehr aus.

10.03.2019

Die Linke will zur kommenden Landtagswahl in allen 60 sächsischen Landkreis mit Direktkandidaten antreten. Die letzten Kandidtaten stehen nun fest.

09.03.2019