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Nach Scheitern der Schlecker-Rettungsaktion: Klagen könnten Sanierung schwierig machen

Nach Scheitern der Schlecker-Rettungsaktion: Klagen könnten Sanierung schwierig machen

Eine mögliche Klagewelle der entlassenen Schlecker-Beschäftigten könnte nach dem Scheitern der Auffanglösung die Sanierung der Drogeriekette erschweren. Denn ohne die Transfergesellschaft können die Betroffenen nun gegen ihre Entlassung vor Gericht ziehen, was potenzielle Investoren mit Blick auf finanzielle Risiken möglicherweise abschreckt.

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Ein Gitter versperrt in Gelsenkirchen den Eingang zu einem geschlossenen Schlecker Drogeriemarkt.

Quelle: dpa

Ehingen. Einige von ihnen hätten ihr Interesse davon abhängig gemacht, dass es eine Transfergesellschaft für die 11.000 entlassenen Beschäftigten gebe, sagte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Freitag im ARD-Morgenmagazin. Bundesweit bereiten sich die Arbeitsagenturen darauf vor, den früheren Schlecker-Mitarbeitern neue Jobs zu vermitteln.

Nach Angaben eines Geiwitz-Sprechers hat es Gespräche mit rund zwei Dutzend möglichen Käufern gegeben. Der Insolvenzverwalter sei nun dabei, diejenigen zu sondieren, mit denen er detailliertere Gespräche für sinnvoll halte. Mit Blick auf jene potenziellen Investoren, die ihr Engagement von einer Auffanglösung abhängig gemacht hatten, sagte Geiwitz: „Wir werden jetzt sehen, in wieweit diese Investoren das zur Bedingung machen, in dem Prozess zu bleiben.“

Er hofft zudem, „dass die Investoren ebenfalls abwarten werden, wie denn jetzt die Mitarbeiter sich verhalten, ob im Extremfall 10.000 Klagen eingehen oder nicht“. Um das Risiko einschätzen zu können, müsse man nun abwarten, wie die Gerichte entscheiden. Er betonte zugleich, dass bei der Sozialauswahl alles rechtmäßig abgelaufen sei.

Spätestens an diesem Samstag dürften alle Kündigungen bei den Betroffenen eingetroffen sein. Die Agentur für Arbeit rät ihnen zum schnellen Handeln: „Wenn man seine Kündigung bekommt, sollte man sich sofort arbeitslos melden“, sagte ein Sprecher der Nürnberger Behörde. Bundesweit liefen in den Agenturen die Vorbereitungen, um die ehemaligen Schlecker-Angestellten in neue Jobs zu vermitteln. Besondere Vorkehrungen für den Ansturm hat die Agentur nicht getroffen. „Die Summe 11.000 hört sich natürlich viel an, aber das ist ja bundesweit verteilt. Deshalb wird auf die einzelnen Agenturen nicht der große Ansturm zukommen.“

Die Chancen auf einen neuen Job seien gut, betonte die Leiterin der Arbeitsagentur im Schlecker-Stammland Baden-Württemberg, Eva Strobel. Der Handel sei eine „aufnahmefähige und dynamische Branche. Wer räumlich und zeitlich flexibel ist, hat sehr gute Aussichten auf einen neuen Arbeitsplatz.“ Aber auch eine Umschulung etwa für Berufe in der Pflegebranche könnte für viele eine Alternative sein.

Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) macht den Entlassenen Hoffnung. „Man muss ganz klar sehen, dass wir im Handel letztes Jahr über 60.000 neue Stellen geschaffen und zum Beschäftigungsaufbau beigetragen haben. Wir suchen in der Tat Fachkräfte“, sagte Haupt-Geschäftsführer Stefan Genth dem Deutschlandradio Kultur.

Doch gerade die geforderte Mobilität macht der Gewerkschaft Verdi Sorgen. Insbesondere den Betroffenen im ländlichen Raum werde eine Flexibilität abverlangt, die viele nicht leisten könnten. Wer aus persönlichen Gründen nicht in der Lage sei, weite Strecken zu pendeln, müsse sich möglicherweise durch Leiharbeit oder Minijobs über Wasser halten, kritisierte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

dpa

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