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Nach dem Erdrutsch kommen die Bagger: Abriss der Siedlung in Nachterstedt beginnt

Nach dem Erdrutsch kommen die Bagger: Abriss der Siedlung in Nachterstedt beginnt

Dreieinhalb Jahre nach dem Erdrutsch von Nachterstedt, bei dem drei Menschen ums Leben kamen, hat am Donnerstag der Abriss der Siedlung begonnen. 12 Doppelhaushälften, ein Einfamilienhaus und 48 Nebengebäude sollen bis Ende April weichen.

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Von einem Moment zum anderen versanken im Sommer 2009 drei Doppelhaushälften nach einem Erdrutsch am Concordia-See in Nachterstedt. Drei Menschen starben. Seit Donnerstag rollen nun die Bagger.

Quelle: dapd

Nachterstedt. Nur wenige ehemalige Bewohner standen am Bauzaun, als ein Bagger das Doppelhaus Nummer 17/18 einriss. Bis April soll die gesamte Siedlung der Vergangenheit angehören. „Unser Ziel ist ein sicherer Bergbaufolgesee“, sagte der Sprecher der Bergbaugesellschaft LMBV, Uwe Steinhuber.

Die LMBV habe insgesamt 50 Bergbaufolgeseen. Nur in Nachterstedt gebe es so gravierende Probleme. Dort herrsche ein besonders komplizierter Hintergrund mit Wasser, dem Zusammenbrechen alter Stollen und seismischen Ereignissen. Ein Bericht zu den Ursachen des Erdrutsches soll im Juni vorliegen. Am 18. Juli 2009 waren nach aktuellen Erkenntnissen rund vier Millionen Kubikmeter Erdreich samt Häusern in den See gestürzt.

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Nachterstedt. Von einem Moment zum anderen versanken im Sommer 2009 drei Doppelhaushälften am Concordia-See in Nachterstedt. Drei Menschen starben. Nun rollen die Bagger an: 12 Doppelhaushälften, ein Einfamilienhaus und 48 Nebengebäude sollen bis Ende April weichen. Einige der Bewohner standen am Donnerstag am Bauzaun, um sich von ihrem ehemaligen Zuhause zu verabschieden.

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40 Menschen mussten ihre Heime damals sofort verlassen. Einer von ihnen ist Hans Fraust. Der 65-Jährige war am Donnerstag gemeinsam mit einem weiteren ehemaligen Bewohner der Siedlung an den Bauzaun gekommen. „Man möchte am liebsten wegrennen und nichts davon sehen“, sagte er. Allerdings hofft Fraust auch, dass der Abriss ein Schlusspunkt wird. „Keiner kann sich mehr vorstellen, auch nur eine Nacht in den Häusern zu schlafen. Man würde wahrscheinlich kein Auge zumachen.“ Er wolle nun nach vorn schauen und sich auch nur noch an die schönen Dinge erinnern: sein Haus am See, den Wald in der Nähe und die Ausflüge mit der Enkelin im Boot.

Die Abrissarbeiten werden begleitet von einer umfassenden Überwachung, damit mögliche weitere Erdbewegungen sofort festgestellt werden und Arbeiter nicht in Gefahr geraten. Unter anderem gibt es Beobachter, die nach Rissen in der Erde Ausschau halten. Von der gegenüberliegenden Seite des Sees aus haben weitere Experten die Böschung und den See im Blick, wie der LMBV-Projektmanager für Nachterstedt, Dirk Henssen, sagte. Zudem seien GPS-Messsysteme und seismische Bewegungsmelder installiert.

Dörthe Hein, dpa

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