Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Nachlass von SED-Funktionär Schalck-Golodkowski versteigert
Region Mitteldeutschland Nachlass von SED-Funktionär Schalck-Golodkowski versteigert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:34 25.06.2017
Am Samstag wurde der Nachlass des 2015 verstorbenen ehemaligen SED-Funktionärs Alexander Schalck-Golodkowski in Hamburg versteigert. Quelle: dpa
Hamburg

Vom knallroten ledernen Diplomatenpass mit eingeprägtem Staatswappen der DDR über einen Verdienstorden aus dem Kaiserreich Japan bis hin zu einem goldenen Ehrenzeichen der NSDAP – Teile des persönlichen Nachlasses des einstigen SED-Wirtschaftsfunktionärs Alexander Schalck-Golodkowski sind am Samstag in Hamburg unter den Hammer gekommen. Die Gegenstände erinnern an das bewegte Leben einer der schillerndsten Persönlichkeiten der DDR.

Rund 25 Besucher sind in den Salon eines Hotels gekommen, um bei der Versteigerung von Orden, Verleihungsurkunden und Dokumenten mitzubieten. Hinzu kommen Live-Bieter im Internet sowie Telefonbieter. Drei elegant gekleidete junge Frauen telefonieren abwechselnd mit verschiedenen Interessenten aus Deutschland, den USA und Russland und geben für sie im Saal Gebote für die etwa 40 Gegenstände ab.

Agentenbrille, Diplomatenpass, Karl-Marx-Orden: Am Samstag wurde in hamburg der Nachlass des einstigen SED-Funktionärs Alexander Schalck-Golodkowski versteigert. (Fotos: dpa)

Besonders begehrt ist ein Karl-Marx-Orden, die bedeutendste Auszeichnung der DDR. Er erhält mit 8000 Euro das höchste Gebot. Eine typisch getönte Agentenbrille plus Diplomatenpass des früheren DDR-Devisenhändlers wechseln für 3300 Euro den Besitzer. Auch frühere Auszeichnungen der NSDAP stoßen auf reges Interesse. Im Sekundentakt schnellen die Gebotsschilder in dem imposanten Raum mit der stuckverzierten Decke in die Höhe.

Auktionator zufrieden mit der Bilanz

Für die angebotenen Gegenstände wird zu Beginn der Auktion eine Summe von etwa 30.000 Euro aufgerufen. Versteigert werden sie dann für insgesamt 70.000 Euro. „Wir sind sehr zufrieden mit der Bilanz“, sagt Auktionator Carsten Zeige. Bei den Bietern handele es sich überwiegend um Sammler, aber auch um einzelne Museen.

Vakhtang Dzhariani ist extra für die Auktion aus Moskau in die Hansestadt gereist. Er lebte nach eigenen Angaben von März 1989 bis zum Fall der Mauer in der DDR und arbeitete dort für das heutige „Russische Haus der Wissenschaft und Kultur“. Ersteigert hat er bei der Auktion nichts: „Ich sammele auch eher Orden und Ehrenabzeichen aus der Stalinzeit.“ Dennoch sei sein Interesse an Schalck-Golodkowski groß.

Während der DDR-Zeit war Schalck-Golodkowski unter anderem Leiter des geheimen Bereichs für „Kommerzielle Koordinierung (KoKo)“. Große Bekanntheit erlangte er durch die Aushandlung eines Milliardenkredits in D-Mark im Jahr 1983 mit dem damaligen CSU-Chef Franz Josef Strauß.

Von LVZ

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Rund 18.000 Besucher feiern beim "With Full Force"-Festival in Ferropolis - und trotzen gleich mehreren Unwettern.

25.06.2017

Die Bundesregierung hat nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ einen für Mittwoch geplanten weiteren Abschiebeflug vom Leipziger Flughafen nach Afghanistan verschoben. Die Arbeitsfähigkeit der deutschen Botschaft in der afghanischen Hauptstadt Kabul sei noch nicht wieder hergestellt, heißt es.

25.06.2017

Nach den heftigen Unwettern in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen rollt der Zugverkehr wieder nahezu vollständig nach Plan. Im Fern- und Regionalverkehr gab es nach Angaben der Deutschen Bahn seit Samstag wegen Unwetterschäden gar keine Einschränkungen mehr.

25.06.2017