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Mitteldeutschland Wieder mehr als 30 Grad in Leipzig: Kommt nach Hitzesommer der Eiswinter?
Region Mitteldeutschland Wieder mehr als 30 Grad in Leipzig: Kommt nach Hitzesommer der Eiswinter?
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19:13 24.08.2018
Sonne satt: Auch in der nächsten Woche dominiert der Schönwetter-Sommer. Quelle: dpa
Leipzig

Genießen Sie die Abkühlung am Wochenende: Der Hitzesommer meldet sich nächste Woche zurück! „Wie schon lange angekündigt, kommt ab Sonnabend die große Abkühlung. Die Temperaturen stürzen um 10 bis 15 Grad nach unten, in den Alpen fällt bis auf 1800 m herab Schnee. Doch schon nächste Woche wird es wieder heiß. Die 30-Grad-Marke kann schon wieder geknackt werden“, so Meteorologe Dominik Jung vom Portal Wetter.net.

Sonntagmorgen in Leipzig nur 10 Grad

Im Raum Leipzig reicht es am Sonnabend bei einem Sonne-Wolken-Mix nur noch für knapp 20 Grad. Richtig frisch wird der Sonntagmorgen: Frühaufsteher werden bei 10 Grad frösteln. „Das gibt allerdings höchstens einen gefühlten Herbst und diesen auch nur nachts“, sagt Jung. Zumal der „Kälteeinbruch“ dann auch schon wieder ab Montag bei Temperaturen um 25 Grad vorbei ist. Zur Wochenmitte sind dann bei dauerhaft freundlichem Wetter auch wieder über 30 Grad möglich, am Donnerstag könnten vereinzelt Wärmegewitter auftreten.

Große Dürre hält an – keine Regenhilfe bei Waldbrand nahe Berlin

Das Problem im Traumsommer 2018 bleibt allerdings der ausbleibende Regen. „Die ganz große Trockenheit nimmt einfach kein Ende.“ Grundsätzlich scheint sich die Großwetterlage auch im September nicht ändern zu wollen. Wärme und Trockenheit könnten weiter Bestand haben. Die Dürre geht damit in ihren 8. Monat.

Auch für den Waldbrand rund um Berlin sieht es derzeit nicht besonders gut aus. „Wenn etwas vom Regen kommt, dann kann es in den kommenden Stunden höchstens mal ein Schauer sein, bei dem man dann die Regentropfen auch noch einzeln abzählen kann.“ Die Löscharbeiten erhalten also keine nennenswerte Regenhilfe von oben.

Die Waldbrandgefahr bleibt vor allem im Nordosten sehr hoch.

Besonders problematisch seit laut Jung der Wind. “Dieser frischt immer wieder sehr stark auf. Das könnte das Feuer vor den Toren Berlins extrem anfachen und auch weiter in Richtung der Bundeshauptstadt Berlin treiben. Der Wind kommt meist aus West bis Südwest.“ Immerhin: die ganz große Hitze ist in der Region erstmal vorbei, kommt aber spätestens nächste Woche mit Spitzenwerten von über 30 Grad wieder. „Die Lage ist und bleibt kritisch“, so Jung.

Kaum Quelle: wetter.net

Deutet der heiße Sommer auf einen kalten Winter hin?

Nach dem Sommerurlaub ist vor dem Wintersport – Meteorologe Jung wird daher schon jetzt immer wieder gefragt: Folgt auf den Hitzesommer nun sicher ein Eiswinter? „Klare Antwort: Nein! Das ist nicht der Fall. Der Winter weiß nicht wie der Sommer war und das Wetter im Winter wird sich daher nicht nach dem Wetter im Sommer richten.“ Das gelte übrigens für alle Jahreszeiten und Monate. Kein Monat und keine Jahreszeit richtet sich nach dem vergangenen Wetter aus. „Es ist reiner Zufall, wenn nach einem heißen Sommer ein kalter oder warmer Winter folgt“, sagt der Meteorologe.

US-Klimamodell: Eher milder Winter 2018/19

Allerdings ist die klimatologische Wahrscheinlichkeit, dass wir dieses Jahr wieder einen eher milden Winter bekommen recht hoch. „Das liegt einfach daran, dass wir in den vergangenen Jahren oftmals milde Winter hatten. Die Klimamodelle wissen das und lassen diese Tatsache in ihre Abschätzungen miteinfließen“, erläutert Jung. So sei es auch nicht verwunderlich, dass das Klimamodell CFS vom US-Wetterdienst NOAA einen eher milden Winter 2018/2019 vorausberechnet.

Die erste Winterprognose des US-Wetterdienstes NOAA: Danach erwartet uns in der Saison 2018/19 eher Quelle: wetter.net

„Kleine Eiszeit“ blieb in der letzten Wintersaison aus

Tatsächlich wissen, wie der kommende Winter wird, kann aber heute noch niemand. „Das sind alles nur lose klimatologische Abschätzungen“, so der Wetter.net-Experte. Immerhin: Die US-Spezialisten vom NOAA lagen im letzten Jahr Anfang September mit ihrer Mildwinter-Prognose richtig. Ganz im Unterschied zu österreichischen Medien, die mit dem Verweis auf dubiose britische Klimaexperten vor einer kleinen Eiszeit mit Schnee und Eis ab Oktober 2017 gewarnt hatten.

Von Olaf Majer

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