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Mitteldeutschland Nazi-Aufmarsch in Chemnitz: Polizei setzt Reizgas und Schlagstöcke gegen Nazi-Gegner ein
Region Mitteldeutschland Nazi-Aufmarsch in Chemnitz: Polizei setzt Reizgas und Schlagstöcke gegen Nazi-Gegner ein
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15:31 17.07.2015
Bei einem Aufmarsch von etwa 350 Neonazis in Chemnitz nahm die Polizei mehrere Gegendemonstranten fest. Quelle: dpa
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Chemnitz

Der Einsatz von insgesamt 2000 Beamten habe ein direktes Aufeinandertreffen und damit Auseinandersetzungen der Gruppierungen verhindert. Allerdings habe die Polizei bei dem Versuch von etwa 150 Gewaltbereiten, die Absperrungen zu durchbrechen und auf die Aufzugsstrecke der Neonazis zu gelangen, Pfefferspray und Schlagstöcke einsetzen müssen.

Neben den Ermittlungen wegen Verdachts des Landfriedensbruchs nahm die Polizei auch 19 weitere Anzeigen auf - die meisten (elf) wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, je zwei wegen Beleidigung und Verstoß gegen das Waffengesetz sowie je eine wegen Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Sachbeschädigung an einem Polizeifahrzeug, wie es hieß.

Der 5. März wird von der Stadt Chemnitz seit zehn Jahren als „Friedenstag" begangen - in Erinnerung an den mit mehr als 2000 Toten folgenschwersten Luftangriff der Alliierten des Zweiten Weltkriegs in der Nacht zum 6. März 1945. Das Datum wurde bereits in der Vergangenheit von Neonazis für sogenannte Trauermärsche missbraucht.

Mehrere Routen - sogenannte Friedenswege - führten etwa 2000 Menschen am Abend mit Kerzen in der Hand auf den Neumarkt. Zur Kundgebung unter dem Titel „Es ist unsere Stadt - Nazis haben hier keinen Platz" hatte ein breites Bündnis von Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport, Wissenschaft und Kirchen geladen. Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) äußerte sich erfreut darüber, dass so viele „ein Zeichen setzen für ein friedliches, weltoffenes, demokratisches, buntes Chemnitz - in dem kein Platz ist für Nazis".

dpa

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