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Mitteldeutschland Neue Videos im Prozess um Pfarrer König in Dresden: Verfahren wird für Monate ausgesetzt
Region Mitteldeutschland Neue Videos im Prozess um Pfarrer König in Dresden: Verfahren wird für Monate ausgesetzt
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13:02 02.07.2013
Lothar König in Dresden. (Archiv) Quelle: dpa
Dresden

Grund für die Entscheidung ist, dass rund 200 Stunden neues Videomaterial gesichtet und ausgewertet werden müssen.

Wann der Prozess gegen König weitergeht, ist unklar. Stein sah am Dienstag einen Zeitraum von in vier bis sechs Monaten als realistisch an. Die Verteidigung hatte Mitte Juni die so genannte "Arbeitsdatei" der Polizei zur Verfügung gestellt bekommen. Aus dieser waren zuvor nur von der Soko 19/2 ausgesuchte Zusammenschnitte präsentiert worden. Die Verteidigung hatte von Anfang an vermutet, dass die Beamten dabei entlastendes Material außen vor gelassen hatten.

Verteidiger Johannes Eisenberg beschuldigte die Polizisten auch am Dienstag noch einmal der Fälschung und Videomanipulation. Die Auswertung der ersten zwei Stunden habe dies klar bewiesen, so Eisenberg. Ein Berliner Polizist, der am zweiten Verhandlungstag vor Gericht ausgesagt hatte, sei anhand des Materials von ihm bereits wegen einer Falschaussage angezeigt worden, so Eisenberg. Auch Staatsanwältin Ute Schmerler-Kreuzer, die am Dienstag eigentlich noch den Leiter der Soko 19/2 vernehmen lassen wollte, musste ihrem Gegenüber schließlich Recht geben.

Die von Eisenberg am Dienstag gezeigten Ausschnitte aus dem 200-Stunden-Material hätten gezeigt, dass die Videos in den Akten nicht vollständig sind. Es sei nicht auszuschließen, dass weiteres entlastendes Material existiert, gab sie zu und befürwortete die Aussetzung des Prozesses. Lothar König und sein Verteidiger Eisenberg feierten anschließend den Teilerfolg. König sei zwar längst noch nicht aus allem raus, so Eisenberg. Er spekulierte aber, dass es gar nicht mehr zu einer Wideraufnahme des Verfahrens komme.

Und wenn doch, dann unter anderen Voraussetzungen. König selber zeigte sich ebenfalls zufrieden, kritisierte aber noch einmal den Prozess: "Zu jedem Verhandlungstag hat es einen Eklat gegeben. Akten die gefehlt haben, Beweismaterial zurückgehalten, das ist doch jetzt nur das letzte i-Tüpfelchen", schimpfte er. Dass er jetzt noch einmal ein halbes Jahr lang warten muss, belaste ihn nicht. "Das haben wir so am Sonntag besprochen", sagte König. "Das belastet mich nicht. Das ist die einzige Chance, den Prozess auf einen Punkt zu bringen. Dieses halbe Jahr sitze ich locker ab."

sl/dbr

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