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Neue Zahlen: Mehrzahl der Sachsen-Anhalter ist gegen Ausländerfeindlichkeit

Neue Zahlen: Mehrzahl der Sachsen-Anhalter ist gegen Ausländerfeindlichkeit

Die Mehrzahl der Menschen in Sachsen-Anhalt widerspricht ausländerfeindlichen Ansichten, größere Gruppen können sich aber zumindest teilweise damit identifizieren.

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Die Mehrzahl der Menschen in Sachsen-Anhalt und seiner Hauptstadt Magdeburg widersprechen ausländerfeindlichen Ansichten.

Quelle: Volkmar Heinz

Magdeburg/Halle. Dies geht aus Daten für den Sachsen-Anhalt-Monitor hervor, die der Nachrichtenagentur dpa in Magdeburg vorliegen. Nach Kritik an einer stark zusammenfassenden Darstellung der im November veröffentlichten Erhebung haben die Wissenschaftler um den Hallenser Politologen Everhard Holtmann detailliertere Zahlen nachgereicht.

Auf die Frage „Wenn Arbeitsplätze knapp werden, sollte man die in Deutschland lebenden Ausländer wieder in ihre Heimat zurückschicken“ antworteten 14 Prozent, dass sie dem voll und ganz oder zumindest eher zustimmen. 23 Prozent antworteten mit „teils/teils“, 25 Prozent stimmten „eher nicht zu“. Auf komplette Ablehnung stieß die Aussage bei gut einem Drittel der Befragten (34 Prozent, „stimme überhaupt nicht zu).

Ein ähnliches Bild zeigen die Antworten zu der Aussage: „Man sollte den in Deutschland lebenden Ausländern jede politische Betätigung in Deutschland untersagen.“ Fünf Prozent stimmten voll und ganz zu zu, 39 Prozent stimmten überhaupt nicht zu. Mehr als die Hälfte antwortete allerdings dazwischen - von „stimme eher nicht zu“ über „teils/teils“ bis hin zu „stimme eher zu“. Die Aussage: „Die vielen ausländischen Kinder in der Schule verhindern eine gute Ausbildung der deutschen Kinder“ wurde von zehn Prozent voll gestützt, 25 Prozent stimmte überhaupt nicht zu, der Rest lag dazwischen.

Für den Sachsen-Anhalt-Monitor im Auftrag der Landesregierung waren 1250 Menschen im Land befragt worden. Im Gegensatz zu einer kurz zuvor veröffentlichten Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung kam der Sachsen-Anhalt Monitor zu dem Ergebnis, dass rechtsextreme und ausländerfeindliche Einstellungen in Sachsen-Anhalt nicht weit verbreitet und auf dem Rückzug seien. Begründet wurden die abweichenden Ergebnisse vom Leiter der Studie, Professor Holtmann, vor allem mit den unterschiedlichen Methoden und Fragestellungen. Zudem hatte die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung bei ihrer bundesweiten Erhebung nur rund 80 Menschen aus Sachsen-Anhalt befragt.

Im Sachsen-Anhalt-Monitor hatten die Wissenschaftler beim Thema Ausländerfeindlichkeit nur die Antworten in der Kategorie „stimme voll und ganz zu“ einzeln ausgewiesen. Die übrigen Antworten flossen nur in Indizes ein, mit der fremdenfeindliche Tendenzen bewertet werden sollten. Die hatte unter anderem der Verein Miteinander kritisiert, weil es das Gesamtbild der Stimmung in der Bevölkerung verzerrt widerspiegele.

Holtmann sagte zu den Detailergebnissen: „In der Gesamttendenz ändert sich nichts.“ Die Zusammenfassung der Ergebnisse verteidigte er. „Uns scheint das nach wie vor das angemessene Instrument, um die Gesamttendenz zu verdeutlichen.“ Die detaillierten Ergebnisse zeigten nun aber, dass es neben einem „harten Kern“ ein sogenanntes Neigungsumfeld gebe, das die Fragen mit „stimme eher zu“ beantwortet habe. Dieses sei überwiegend aber nicht sehr groß.

Von Rochus Görgen, dpa

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