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Mitteldeutschland Neuer Prozess um Tod von Döbelner Aladin-Wirt - wieder geht es um Mordverdacht
Region Mitteldeutschland Neuer Prozess um Tod von Döbelner Aladin-Wirt - wieder geht es um Mordverdacht
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16:29 29.06.2014
Ermittlungen im Imbiss Aladin in Döbeln im November 2011. Quelle: dpa
Dresden

Dem widersprach der Bundesgerichtshof (BGH). Nun soll das Dresdner Landgericht Licht ins Dunkel des gut zweieinhalb Jahre alten Falles bringen.

Ab kommenden Freitag verhandelt die Strafkammer unter Vorsitz von Richterin Birgit Wiegand von vorn gegen den 34-Jährigen - wieder wegen Verdachts des Mordes. „Es ist ein ganz neuer Prozess“, sagte ein Gerichtssprecher. Bis Oktober sind insgesamt 13 Verhandlungstage geplant. Die Kammer will dabei 19 Zeugen und fünf Sachverständige befragen.

Laut Anklage hat der 34-Jährige den Bistrobesitzer am 1. November 2011 erschossen - aus geschäftlichen und privaten Motiven. Hintergrund sollen der Streit um einen Autohandel sein, den das 41 Jahre alte Opfer mit einem mutmaßlichen Komplizen des Angeklagten betrieb, sowie eine bereits länger schwelende Auseinandersetzung um eine Frau. Vermutet wird, dass die Tat geplant war.

Angeklagter seit 2012 in Untersuchungshaft

Der „Aladin“-Inhaber war mit drei Schüssen aus kurzer Distanz getötet worden. Zeugen gab es nicht, nur die Beschreibung eines maskierten Täters. Die Chemnitzer Richter sahen es als erwiesen an, dass der Angeklagte in Tschechien die Neun-Millimeter-Pistole besorgte, vermutete aber dessen Komplizen als Schützen. Nach dem ins Ausland geflüchteten Mann wird nach wie vor mit Haftbefehl gesucht.

Der Angeklagte war im März 2012 festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Wer die tödlichen Schüsse auf den Imbissbetreiber tatsächlich abgab, konnte in dem monatelangen Prozess aber nicht geklärt werden.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Freiheitsstrafe für den Tatverdächtigen gefordert, die Verteidigung auf Freispruch plädiert. Sie verwies auf fehlende Tatzeugen, unpassende Täterbeschreibungen und die DNA-Spur eines Unbekannten. Die Revision aller Beteiligten am Verfahren - Verteidigung, Anklage, Nebenklage - war erfolgreich. Der BGH hob das Urteil Ende 2013 als fehlerhaft auf, verwies die Sache zur erneuten Verhandlung aber nach Dresden - in Erwartung eines rechtsfehlerfreien Urteils.

Simona Block, dpa

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