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Mitteldeutschland Neues System warnt Autofahrer vor Autobahn-Baustellen in Sachsen-Anhalt
Region Mitteldeutschland Neues System warnt Autofahrer vor Autobahn-Baustellen in Sachsen-Anhalt
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09:05 06.03.2018
 Klaus Jäckel, Projektverantwortlicher in der sachsen-anhaltischen Landesstraßenbaubehörde, stellte am Montag das bundesweit einzigartige System zur Warnung vor Wanderbaustellen auf Autobahnen vor. Quelle: Foto: dpa
Magdeburg

Baustelle gleich Unfallfalle: Viel zu häufig kracht es hier auf Autobahnen, Bundes- und Landstraßen. Doch es naht Besserung: Kraftfahrer sollen künftig schneller vor Gefahren durch kurzfristige Baustellen gewarnt werden. Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) nahm dafür am Montag das bundesweit erste Arbeitsstellen-Warnsystem in Dessau-Roßlau in Betrieb.

Wir funktioniert das das Alarmsystem?

Fahrzeuge der Landesstraßenbaubehörde signalisieren automatisch, wo sie im Einsatz sind, etwa an einer Unfallstelle oder bei temporären Mäh- und Bauarbeiten. Kraftfahrer erhalten die Informationen via Autoradio und Navigationssystem. Die Meldungen können als grafisches Symbol sowie als Schriftzug in verschiedenen Sprachen, gekoppelt mit einem Signalton, im Auto und LKW empfangen werden.

Dazu wurden technische Systeme – etwa des Rundfunks – mit denen der Straßenbauverwaltung gekoppelt. Das Warnsystem soll laut Ministerium zunächst auf allen Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen in Sachsen-Anhalt zum Einsatz kommen. Kosten: 150 000 Euro. Läuft der Test erfolgreich, ist eine Übernahme in anderen Ländern möglich.

Sicherheit auf Autobahnen soll erhöht werden

„Wir wollen alle Möglichkeiten nutzen, die zu mehr Sicherheit auf unseren Straßen führen“, sagte Landesverkehrsminister Webel am Montag in Dessau-Roßlau bei der Inbetriebnahme.

„Die Verbesserung der Verkehrssicherheit und die deutliche Reduzierung der Unfallzahlen ist eines unserer Kernanliegen“, betonte der Minister. Das auch im Verkehrssicherheitskonzept verankerte Ziel der Landesregierung laute „Vision Zero“ (Vision null). „Bis 2020 wollen wir die Anzahl der Verkehrstoten um 40 Prozent und die der Schwerverletzten um 20 Prozent gegenüber den Zahlen des Jahres 2010 reduzieren“, fügte Webel hinzu.

Im vergangenen Jahr kamen in Sachsen-Anhalt 132 Menschen im Straßenverkehr ums Leben – fast genauso viele wie im Vorjahr. Bundesweit war die Opferzahl dagegen gesunken. Diesen Rückgang will auch die Magdeburger Landesregierung erreichen. Dass bei dem neuen Alarmsystem die eigenen Fahrzeuge der Autobahnmeistereien sozusagen als Warnmelder zu nutzen, sei dafür ein weiterer wichtiger Schritt.

Warnungen gehen an alle Verkehrsteilnehmer

Die Warnmeldung wird über RDS/TMC (Radio Data System/Traffic Message Chanel) in die Autoradios und Navigationssysteme aller Verkehrsteilnehmer auf dem entsprechenden Autobahnabschnitt ausgestrahlt. Die Einsatzfahrzeuge und Sperranhänger der Landesstraßenbaubehörde signalisieren so, wo sie sich gerade im Einsatz befinden, sei es zur Sicherung von Unfallstellen, für Mäharbeiten oder andere Unterhaltungsmaßnahmen entlang der Autobahnen. Damit würden Autofahrer rechtzeitig über Störungen im Verkehrsfluss informiert, wodurch die Aufmerksamkeit im eigentlichen Gefahrenbereich dann deutlich höher sei, sagte Webel.

„Wir nutzen hier kostengünstig bereits vorhandene Technik und Geschäftsprozesse und erreichen damit fast alle Verkehrsteilnehmer“, hob der Minister eine wesentliche Besonderheit des neuen Warnsystems hervor. Die Systematik funktioniert komplett unabhängig vom Endgerät. Die Idee hierzu wurde in der Landesstraßenbaubehörde entwickelt.

Von Petra Buch

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