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Mitteldeutschland Neun Millionen Euro für Bundeswehrstandort Leipzig
Region Mitteldeutschland Neun Millionen Euro für Bundeswehrstandort Leipzig
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21:00 24.07.2018
Ursula von der Leyen (CDU) besuchte gestern auch das Hubschraubergeschwader 64 und sprach mit der Besatzung eines Transporthubschraubers CH-53 GA. Quelle: dpa
Leipzig

Von der Luftwaffe zum Heer mit Punktlandung in Leipzig. Gerade hatte sich Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) noch in Holzdorf an der Landesgrenze zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt ein paar flugfähige Transporthubschrauber angesehen, da setzte ihr fliegendes Dienstfahrzeug auch schon in der Leipziger General-Olbricht-Kaserne auf. Der Kommandeur des hiesigen Ausbildungskommandos, Generalmajor Norbert Wagner (56), hieß die Verteidigungsministerin zackig willkommen bei ihrem ersten Besuch in Leipzig.

Sachsen bildet Führungsnachwuchs aus

Nach jaulenden Hubschrauberturbinen sollten die gegen die Sommerhitze ankämpfenden Lüfter von Computern und Beamern das lauteste Kriegsgerät werden, das sie in Leipzig zu hören bekam. Denn in dem seit 2013 bestehenden Ausbildungskommando wollte sich die Ministerin über Fortschritte bei der Digitalisierung der Ausbildung informieren. „Die Bundeswehr ist der größte Ausbilder in der gesamten Bundesrepublik Deutschland“, sagte sie. Das Ausbildungskommando Leipzig habe 800 verschiedene Lehrgangsarten zu überblicken, an denen im vorigen Jahr 44 000 Soldatinnen und Soldaten teilgenommen haben. „Allein schon diese hohe Zahl spricht Bände“, so die 59-Jährige. Zusammen mit der Offiziersschule in Dresden sowie der Unteroffiziersschule in Delitzsch wird in Sachsen der gesamte Führungsnachwuchs des Deutschen Heeres, der Zentralen Sanitätsdienste und des Cyber-Kommandos ausgebildet.

Um die beschlossene Personalaufstockung der Bundeswehr in den kommenden sechs Jahren um 20 000 auf 198 000 Militärs mit Bordmitteln abzusichern und das Erlernen des Soldatenhandwerks gleichzeitig attraktiver zu machen, soll die Ausbildung künftig stärker dezentralisiert werden. „Mit mehr Bindung an die jeweilige Waffengattung und die Praxis wollen wir auch drohender Verschulung der Führungskräfte entgegenwirken“, erklärte Kommandeur Wagner. Das Heeres-Ausbildungskommando habe sich in den fünf Jahren seines Bestehens bewährt. Nun gehe es darum, das Bewährte zu erhalten und Neues zu denken, so Wagner. Von der Leyen sprach mit Blick auf den geplanten Personalzuwachs von einer „enormen Kraftanstrengung, die auf Knochen des Ausbildungspersonal gehen wird“ und dankte für die engagierte Arbeit.

„Wir sind froh, dass die Bundeswehr hier ist“, salutierte auch der Leipziger Verwaltungsbürgermeister Ulrich Hörning (SPD). Die Stadt werde jegliche Aktivitäten unterstützen, die zur Sicherung der äußeren Sicherheit nötig seien, so der 46-Jährige.

In einer anschließenden Präsentation wurden der Bundesministerin digitale Anwendungen der Heeresausbildung vorgestellt. Dazu gehörten Apps zu Waffenfunktionsweisen, ein Wehrrechts-Quiz und selbst aufgezeichnete Lehrinhalte zur Nutzung in einem der bundesweit 25 untergeordneten Ausbildungsstandorte mit insgesamt 12 000 Mitarbeitern.

Neun Millionen Euro für Standort Leipzig

Von der Leyen zeigte sich beeindruckt von den digitalen Fortschritten im Heer. „Die Ausbildung in Leipzig ist auf einem sehr hohen Niveau“, lobte sie. Soldaten und Reservisten könnten selbst entscheiden, welche Ausbildungsinhalte sie im Hörsaal, am heimischen Standort oder zu Hause nutzten. Bits und Bytes seien zwar unauffälliger als U-Boote, Panzer oder Flugzeuge: „Dennoch gehört die Digitalisierung neben der persönlichen Ausstattung der Soldaten zu den wichtigsten Komponenten unserer Verteidigungsstrategie.“ Sie sei zuversichtlich, dass die noch bestehenden Lücken bei der Ausrüstung bald gefüllt würden. Leipzig sei ein Vorzeigestandort, so die Ministerin. „Weil uns Leipzig so wichtig ist als Bundeswehrstandort, werden wir hier in den nächsten fünf Jahren neun Millionen Euro investieren.“

Nach einem Gespräch mit Soldatinnen und Soldaten in der mehr als 120 Jahre alten Kaserne im Leipziger Norden düste die Verteidigungsministerin zum Logistikkommando nach Erfurt weiter. Bei ihrer diesjährigen Sommerreise will von der Leyen insgesamt 15 Bundeswehrstandorte besuchen.

Von Winfried Mahr

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