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Mitteldeutschland Nur jede zehnte Weihnachtsgans kommt aus Sachsen
Region Mitteldeutschland Nur jede zehnte Weihnachtsgans kommt aus Sachsen
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12:16 24.12.2009
Gänsebraten bleibt das beliebteste Festtagsessen. Quelle: dpa
Leipzig

Das geht aus einer aktuellen Statistik des sächsischen Landwirtschaftsministeriums hervor.

Laut Landwirtschaftsminister Frank Kupfer (CDU) beträgt damit der Selbstversorgungsgrad der Sachsen bei ihrem Lieblingsfestbraten gerade mal rund zehn Prozent. Nur jede zehnte Gans kommt aus einheimischer Produktion. Der Großteil, so der Minister, stamme noch immer als importierte Tiefkühlkost aus Ungarn und Polen. Als zuständiger Minister sieht das Kupfer durchaus kritisch. "Die Gänseaufzucht in Ländern wie Ungarn oder Frankreich hat mit Tierschutz überhaupt nichts zu tun. Da geht es nur um die Gänsestopfleber, das Fleisch ist dabei das Abfallprodukt. Deshalb können diese Importgänse auch zu wesentlich billigeren Marktpreisen angeboten werden." Das Fleisch der typisch sächsischen Weidemastgans sei dagegen mit mindestens 22 Wochen Weidehaltung häufig schmackhafter und habe im Vergleich zu Hafer- oder Intensivmastgänsen einen deutlich geringeren Fettgehalt.

Im Freistaat gibt es derzeit rund 300 Gänse haltende Betriebe und Direktvermarkter, bei denen der Festbraten gekauft werden konnte. Zu den größten und traditionsreichsten zählt dabei das Familienunternehmen Eskildsen, das seit 1991 in Sachsen tätig ist und Gänsezuchtbetriebe in Wermsdorf (Kreis Nordsachsen) und Königswartha (Kreis Bautzen) betreibt. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Gänsefleisch beträgt in Deutschland etwa 400 Gramm. Als reines Saisonprodukt mit dem Verzehr zwischen St. Martin und Weihnachten sind aber kaum Steigerungsmöglichkeiten vorhanden.

Im Gegensatz zur Weihnachtsgans liegt der Selbstversorgungsgrad beim traditionellen Karpfenmenü zu Silvester in Sachsen bei fast 100 Prozent. Laut Landwirtschaftsministerium reichen die in diesem Jahr abgefischten rund 1700 Tonnen Speisekarpfen aus, um die Eigenversorgung im Freistaat zu garantieren. Im Vergleich zu 2008 ist die Abfischung in Sachsen um rund 300 Tonnen gesunken. Grund ist eine geringere Zahl von Satzkarpfen, die am Saisonbeginn zur Verfügung standen.

abö

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