Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Obama kommt nach Berlin – keine Zeit für Wittenberg und Leipzig
Region Mitteldeutschland Obama kommt nach Berlin – keine Zeit für Wittenberg und Leipzig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:38 27.04.2017
US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) 2013 am Brandenburger Tor.  Quelle: dpa
Anzeige
Leipzig

 200.000 Menschen jubelten ihm 2008 an der Siegessäule zu, im Lutherjahr kommt er wieder in die Hauptstadt: Der ehemalige US-Präsident Barack Obama spricht am 25. Mai zum Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) in Berlin am Brandenburger Tor. Am Dienstag bestätigten der DEKT und die Evangelische Kirche Deutschland die Nachricht vom Super-Promibesuch. Vom 24. bis zum 28. Mai werden zum Auftakt des Reformationssommers mehr als 100.000 in Berlin, zum Abschlussgottesdienst in Wittenberg sogar rund 200.000 Menschen erwartet.

„Wäre in Sachsen-Anhalt willkommen gewesen“

Hoffnungen, dass Obama einen Abstecher nach Wittenberg oder Leipzig machen könnte, zerschlugen sich derweil. „Das wird definitiv nicht der Fall sein“, so der Leipziger Kirchentags-Sprecher Stephan von Kolson. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff bedauerte das. „Natürlich wäre Obama auch in Sachsen-Anhalt, dem Ursprungsland der Reformation, willkommen gewesen“, erklärte der CDU-Politiker am Dienstag. Dort könne man am besten den Spuren Martin Luthers folgen.

Zum Wittenberger Festgottesdienst am 28. Mai kündigt die EKD aber ebenfalls eine charismatische Persönlichkeit an. Der südafrikanische Würdenträger Thabo Makgoba wird einer der Prediger auf den Elbwiesen vor der Lutherstadt sein. Makgoba ist Erzbischof von Kapstadt und Nachfolger des Menschenrechtlers Desmond Tutu. Der 56-Jährige gelte international als moralische Autorität, heißt es weiter.

Obama hätte gern Leipzig besucht

Aus Kirchenkreisen verlautet, dass Barack Obama persönlich tatsächlich gern Leipzig und Torgau besucht hätte. Doch offenbar ist sein Terminplan so eng gestrickt, dass nur der Auftritt am Himmelfahrtstag in Berlin in Frage komme. Der Besuch des 55-Jährigen wird gemeinsam von Kirchentag und Obama-Stiftung vorbereitet.

Gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird Obama auf einer Veranstaltung vor dem Brandenburger Tor über Demokratie und Verantwortung reden. Der auf Hawaii geborene Politiker wuchs nicht in einem religiösen Haushalt auf, wurde aber als junger Mann Christ. In einer Grundsatzrede setzte er sich 2006 für die Versöhnung von Glauben und pluralistischer Demokratie ein.

Der Besuch Obamas zeige, „wie international wir 500 Jahre Reformation feiern“, so der EKD-Ratsvorsitzende Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. „Jetzt ist die Zeit, um Brücken zu bauen“, forderte der Präsidentschaftskandidat Obama 2008 in seiner Berlin-Rede. Die Botschaft ist aktueller denn je.

Von Evelyn ter Vehn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Sachsen hat mehr Sicherheit für Radfahrer und eine bessere Infrastruktur gefordert. Im Vorjahr wurden 26 Radfahrer tödlich verletzt, das waren neune Tote mehr als 2015.

11.04.2017

Der Anti-Terror-Einsatz im Asylheim Borsdorf (Landkreis Leipzig) vom vergangenen Sonnabend sorgt weiter für hitzige Debatten im 8000-Einwohner-Ort. Am Sonntag hatten Unbekannte einen diffamierenden Schriftzug gegen Bürgermeister Ludwig Martin (CDU) an einen Supermarkt gesprüht.

11.04.2017

Die in Deutschland verwendeten mobilen Anti-Terror-Sperren aus Beton halten einem Angriff mit einem Lastwagen nicht stand. Das hätten zwei Tests der Dekra im Auftrag des MDR-Magazins „Umschau“ ergeben, teilte der Mitteldeutsche Rundfunk in Leipzig mit.

11.04.2017
Anzeige