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Oberbürgermeister-Wahl in Chemnitz – Experte: Großstädte für CDU weiter schwierig

Oberbürgermeister-Wahl in Chemnitz – Experte: Großstädte für CDU weiter schwierig

Großstädte bleiben für die CDU aus Sicht des Parteienforschers Werner Patzelt ein schwieriges Pflaster. „An Bemühungen, in den großen Städten Boden gut zu machen, fehlt es nicht“, sagte er mit Blick auf die Oberbürgermeisterwahl in Chemnitz an diesem Sonntag.

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Der Politikwissenschafter Werner Patzelt (Archivfoto)

Quelle: dpa

Chemnitz. „Aber es ist ihr bisher nicht gelungen.“ Die CDU spreche vor allem Menschen in den ländlichen Regionen und den vielen kleineren Städten an, einfache Leute sowie sozial Schwächere, sagte Patzelt, der an der Technischen Universität Dresden forscht. Diese erhofften sich von ihr vor allem eine gute Wirtschaftspolitik. In den intellektuellen Milieus der Großstädte könne hingegen die in Sachsen auf Landesebene schwache SPD punkten.

Während die CDU auf Landesebene laut jüngeren Umfragen ihre Spitzenposition noch ausbauen konnte, sitzen in den Chefsesseln der Rathäuser der meisten großen Städte von Zwickau über Leipzig bis Chemnitz Sozialdemokraten. In Leipzig verteidigte zuletzt Amtsinhaber Burkhard Jung (SPD) seinen Posten, bei der Abstimmung über ein neues Stadtoberhaupt in Chemnitz geht Amtsinhaberin Barbara Ludwig (SPD) als klare Favoritin ins Rennen.

Die Union werde die Großstädte aber nicht aufgeben, sagte CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer. „Ich halte nichts von der These, die Union könne dort keine Wahlen gewinnen.“ Er glaube auch nicht, dass die Partei dort eine besondere Strategie oder Programmatik brauche. „Die CDU ist bei Stadtratswahlen auch in großen Städten immer eine starke Kraft. Mit einem guten, in der Region verwurzelten Kandidaten und den richtigen Themen ist die CDU auch in Großstädten erfolgreich.“

Bei der OB-Wahl in Chemnitz setzt die CDU mit dem 43-jährigen Ralph Burghart allerdings auf ein politisch eher unbeschriebenes Blatt. Der ehemalige Bundeswehroffizier gehört zur Geschäftsführung der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit und ist auf dem politischen Parkett absoluter Neuling. „Er wird der Partei in Chemnitz künftig ein Gesicht geben“, ist Kretschmer überzeugt.

Für SPD-Chef Martin Dulig hat die OB-Wahl durchaus landespolitisches Gewicht. „In den großen Städten zeigt die SPD, dass sie in Sachsen auch Wahlen gewinnen kann.“ Das sei für die Partei wichtig. Sie brauche eine starke kommunalpolitische Verankerung, wenn etwa im nächsten Jahr im Land gewählt werde. Er hoffe auf eine große Mehrheit für Ludwig. „Es ist aber kein Makel, wenn sie die absolute Mehrheit nicht gleich in der ersten Wahl schafft.“

„Obwohl es die drittgrößte sächsische Stadt ist, werden wir die Wahl landespolitisch nicht überbewerten“, sagte der Landeschef der Linken, Rico Gebhardt. „Es geht um die Probleme vor Ort.“ Ein Signal etwa für die Bundestags- oder die Landtagswahl im nächsten Jahr erwarte er davon nicht.

Die Grünen ordnen die Chemnitzer OB-Wahl strategisch ein. „Der Schlüssel für eine grüne Regierungsbeteiligung in Sachsen liegt bei starken Grünen in den Kommunen“, sagte Landessprecher Volkmar Zschocke, der selbst als Bewerber antritt. „Wahlen in großen Städten sind immer wichtig“, sagte FDP-Generalsekretär Torsten Herbst. Eine OB-Wahl wie die in Chemnitz orientiere sich zwar immer stark an den Akteuren. „Aber wir wollen Flagge zeigen.“

„Wenn Ludwig wie erwartet triumphiert, bleibt landespolitisch alles wie es ist“, sagt Patzelt. „Dann hat keiner hinzugewonnen und keiner etwas verloren.“ An der landespolitischen Konstellation werde die Chemnitzer OB-Wahl dann nichts ändern.

Kathrin Zeilmann, dpa

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