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News Ost-Länder: Braunkohle für sichere Energieversorgung unverzichtbar

Ost-Länder: Braunkohle für sichere Energieversorgung unverzichtbar

Die heimische Braunkohle ist nach Ansicht ostdeutscher Bundesländer für eine sichere Energieversorgung unverzichtbar. Darauf verständigten sich die Länder Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt auf einem Braunkohlegipfel mit EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Montag in Leuna (Saalekreis).

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Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (links) und dessen Amtskollege aus Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, (beide CDU) sitzen auf einer Pressekonferenz nach dem Braunkohlegipfel in Leuna (Saalekreis).

Quelle: dpa

Leuna. Braunkohle habe derzeit einen Anteil von rund 50 Prozent an der sogenannten Grundlaststromerzeugung in Deutschland. Damit nach dem Atomausstieg die Energiewende bis 2050 gelingt, sei es wichtig, die Braunkohle als Brückentechnologie zu nutzen. Am Braunkohlegipfel, zu dem auch Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft gekommen waren, gab es aber auch Kritik.

Da bei der Verbrennung von Kohle unter anderem das für die Umwelt schädliche Kohlendioxid entsteht, ist die Energiegewinnung aus Kohle umstritten - Umweltschützer dringen auf einen Kohleausstieg, aber zugleich ist diese Form der Stromgewinnung mit die günstigste.

Die bündnisgrünen Landtagsfraktionen der drei Länder warfen den Landesregierungen vor, sie führten ein Rückzugsgefecht für eine überkommene Technologie. „Statt sich verbissen an jeden Strohhalm zu klammern und die Zukunft der Braunkohle schönzureden, müssen die drei Landesregierungen dringend Strategien für einen Strukturwandel in ihren jeweiligen Braunkohleregionen entwickeln“, sagte der energiepolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Brandenburger Landtag, Michael Jungclaus, in Potsdam. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace bezeichnete den Gipfel als ein „peinliches Bekenntnis zu rückwärtsgewandeter Energiepolitik“.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) erklärte: „Die Versorgungsengpässe, die es in diesem Winter bei der Gasversorgung gab, zeigen, wie wertvoll unsere heimische Braunkohle ist.“ Sie sei ausreichend vorhanden und kostengünstig. Strom müsse auch künftig bezahlbar sein, auch für Hartz-IV-Empfänger, sagte er. Zudem sehen die ostdeutschen Länder große Perspektiven für die Braunkohle als Grundstoff, etwa für die chemische Industrie. Dazu würden neue Technologien entwickelt. Dies sei zudem wichtig, um die Abhängigkeit von Gas- und Ölimporten zu mindern.

„Eine bezahlbare und sichere Energieversorgung ist für die deutsche Wirtschaft wichtig“, sagte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). Die Braunkohle sei der Partner der erneuerbaren Energien. Dazu zählen die Windkraft und die Solarenergie. Mit Blick auf die von der EU vergebenen Zertifikate für den zulässigen CO2-Ausstoß von Unternehmen sagte er, diese seien der „Scharfrichter“ für die stoffliche Nutzung der Braunkohle.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) sagte, alle Beteiligten seien sich einig, dass es in Deutschland langfristig verlässliche Rahmenbedingungen für die Nutzung der Braunkohle geben müsse. Dies sei auch wichtig für Investoren. Die drei Länder forderten zudem, die Entwicklung neuer Verfahren für CO2-arme Kraftwerkstechnologien und einer CO2-arme Kohlechemie in den Forschungsprogrammen des Bundes und der EU noch stärker als bisher aufzunehmen.

In Deutschland sind den Angaben zufolge rund 90.000 Arbeitsplätze mit der Braunkohle verbunden, davon rund 40.000 in den drei Förderländern. „Es wird auf jeden Fall länger Braunkohle geben als zum Beispiel Gas“, sagte Haseloff mit Blick auf die Vorkommen. In Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt reiche die Braunkohle die nächsten 100 Jahre.

„Ob wir es mögen oder nicht, Stromerzeugung wird grüner“, sagte der Deutschland-Chef des Vattenfall-Konzerns, Tuomo Hatakka. Die Energiewende sei aber ohne die Braunkohle oder die Braunkohleverstromung nicht umsetzbar, denn es gebe noch „Riesenschwankungen“ bei der Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Energien. Nötig seien mehr Speicherkapazitäten.

Petra Buch, dpa

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