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Mitteldeutschland Ostdeutscher Giftnotruf will Paracetamol nur noch auf Rezept erlauben
Region Mitteldeutschland Ostdeutscher Giftnotruf will Paracetamol nur noch auf Rezept erlauben
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10:48 25.12.2011
Werden die Tabletten bald verschreibungspflichtig? Quelle: Patrick Pleul/Symbol
Erfurt

Werde zu viel eingenommen, könne die Leber derart geschädigt werden, dass eine Transplantation notwendig werde.

Obwohl Packungen, die mehr als zehn Gramm des Wirkstoffs enthalten, seit April 2009 verschreibungspflichtig seien, hätten sich die Vergiftungszahlen bislang kaum verändert, kritisierte der Mediziner. „Wir haben fast jeden Tag einen Paracetamol-Fall.“ Die Abgabemenge wurde beschränkt, um Überdosierungen zu vermeiden. Patienten, die mehr als die rezeptfreie Menge wollten, holten sich diese aber einfach in der nächsten Apotheke. Auch werde bei Selbstmordabsichten häufig Paracetamol geschluckt.

Das Giftinformationszentrum registrierte in diesem Jahr knapp 360 Paracetamol-Vergiftungen. Das seien rund fünf Prozent aller Notrufe, die Arzneimittel betreffen. „Bei einer hohen Dosis kommt es zu schweren Vergiftungen, die sich anfangs jedoch nur mit leichten Symptomen zeigen“, warnte Hentschel.

Die Folgen seien allerdings fatal, da die Entgiftung mit einem Gegenmittel nur im Anfangsstadium möglich sei. Auch wer beispielsweise bei Zahnschmerzen mehrere Tage hintereinander Paracetamol schlucke, komme schnell auf eine gefährliche Dosis. „Das Risiko ist einfach zu hoch, deshalb sollte ernsthaft über eine Rezeptpflicht nachgedacht werden“, verlangte Hentschel.

Das Giftinformationszentrum erreichten in diesem Jahr rund 21 000 Anfragen und damit in etwa genau so viele wie 2010. Seit Gründung des Zentrums im Jahr 1994 habe sich damit aber die Zahl vervierfacht. Etwa 45 Prozent aller Vergiftungen gingen auf Medikamente zurück. Weitere Auslöser seien Chemikalien und Pflanzen. Der Giftnotruf in Erfurt wird von den Ländern Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern getragen.

Annett Gehler, dpa

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