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Mitteldeutschland Ostergeschenke sind im Osten beliebter als im Westen
Region Mitteldeutschland Ostergeschenke sind im Osten beliebter als im Westen
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12:49 31.03.2018
Schokohase und andere Süßigkeiten im Körbchen: Für viele Kinder gehört die Suche nach den bunten Eiern und kleinen Geschenken fest zur Ostertradition. Quelle: epd
Leipzig

 Schokohase, Spielzeug, bunte Blumenschale oder Konzertgutschein: Für viele gehört das Beschenken mit kleinen oder größeren Überraschungen zum festen Bestandteil des Osterfestes. Konsumforscher halten Ostern für das zweitwichtigste Gabenfest nach Weihnachten. Für die Süßwarenindustrie steht Ostern sogar auf Platz eins. Im letzten Jahr gaben die Deutschen rund 447 Millionen Euro für Schmunzelhasen, Schokokäfer oder Liköreier aus. Nach Ende der 40-tägigen Fastenzeit steht bei vielen das Schlemmen offenbar hoch im Kurs. Aber auch die Spielwarenbranche freut sich über das Ostergeschäft: Etwa 200 Millionen Euro – etwa ein Zehntel des Jahresumsatzes – kommt in dieser Zeit in die Kassen.

Im Osten beschenkt knapp die Hälfte, im Westen nur ein Drittel

Allerdings gibt es deutliche Unterschiede im Schenken zwischen Ost und West. So sind Ostergeschenke im Osten Deutschlands weitaus beliebter als im Westen. Das hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA-Consulere (Erfurt) im Auftrag der Evangelischen Nachrichtenagentur Idea ergeben. Danach nehmen 47 Prozent der Befragten im Osten das Osterfest zum Anlass, ihre Kinder zu beschenken. Im Westen tut das nur rund ein Drittel. Der Partner oder die Partnerin erhält im Osten bei 30 Prozent der Befragten ein Geschenk (West: 20 Prozent), die restliche Familie beschenken im Osten 27 Prozent, im Westen lediglich 17 Prozent. Nur rund ein Viertel im Osten gab an, gar nichts zu Ostern zu verschenken, im Westen waren es dagegen 42 Prozent.

Biblischer Ursprung von Ostern den meisten noch ein Begriff

Mit dem biblischen Ursprung des Osterfestes – Kreuzigung und Wiederauferstehung von Jesus Christus – können immerhin noch zwei Drittel aller Deutschen etwas anfangen. Fast zwei Drittel der Deutschen (64 Prozent) verbinden laut Idea-Umfrage Ostern vor allem damit, 41 Prozent bringen mit den Feiertagen allerdings nur Ostereier und Osterhasen sowie ein Familienfest in Verbindung. 53 Prozent der Befragten sind zudem überzeugt, dass die biblische Ostergeschichte – trotz der Leidensgeschichte Jesu – durchaus geeignet ist, sie auch Kindern zu erzählen und zu erklären. 29 Prozent glauben das nicht, der Rest machte keine Angaben.

Ostern ist das höchste Fest im Christentum. Christen feiern am Ostersonntag die Auferstehung Jesu Christus vom Tode – am dritten Tag nach seiner Kreuzigung am Karfreitag, vermutlich im Jahre 31 oder 33. Hintergrund: Ostern wird nach der jüdischen Zeitrechnung berechnet. Und dort wird der angebrochene Tag mitgezählt. Der Karfreitag ist also der erste Tag, der Karsamstag der zweite und der Ostersonntag der dritte Tag. Nach seinem Tod erklärten die Anhänger (Jünger) des jüdischen Wanderpredigers Jesus zum Gottessohn und Erlöser (Messias), eine neue Weltreligion – das Christentum – begann sich auszubreiten.

Unterschiede in der Traditionspflege zwischen Ost und West

Doch auch in der Traditionspflege gibt es ein Ost-West-Dissens. So verbindet im Osten nur gut die Hälfte mit Ostern die Auferstehung Christi (52 Prozent), im Westen sind es zwei Drittel (67 Prozent). Einig sind sich die Deutschen im Osten und im Westen dagegen, dass Ostern vor allem ein Familienfest ist. 82 Prozent der Befragten feiern das Fest üblicherweise mit der Familie, nur 14 Prozent mit Freunden und zehn Prozent mit ihrer Kirchengemeinde. Drei Prozent gaben an, an den Festtagen allein zu sein. Etwa jeder Dritte plant dieses Jahr einen Osterspaziergang, will österlich dekorieren und etwas Besonderes kochen oder essen.

Osterspaziergang diesmal nur im Wintermantel

Der Osterspaziergang könnte in diesem Jahr allerdings zu einem frostigen Vergnügen werden. Laut Wetterprognose kann es im Raum Leipzig am Sonntagmorgen Schneeschauer geben, mit drei bis vier Grad Höchsttemperatur ist Ostern diesmal kälter als das letzten Weihnachtsfest mit acht Grad. Der Wintermantel gehört also dazu – der angekündigte Wärmeschub mit 17 bis 18 Grad erreicht Sachsen voraussichtlich erst am Dienstag.

Von Olaf Majer

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