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Mitteldeutschland Osterreiten in der Lausitz – Tillich schaut als Ex-Ministerpräsident zu
Region Mitteldeutschland Osterreiten in der Lausitz – Tillich schaut als Ex-Ministerpräsident zu
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18:00 01.04.2018
Die traditionell gekleideten sorbischen Osterreiter verkünden vor dem Kloster Sankt Marienstern in Panschwitz-Kuckau nach altem Brauch zu Pferde die Osterbotschaft. Quelle: dpa
Bautzen

Bei windiger und kalter Witterung sind in der Lausitz wieder die Osterreiter unter den Augen Tausender Zuschauer unterwegs gewesen. Die meist mit Frack und Zylinder gekleideten Sorben verkündeten traditionell am Sonntag singend vom Pferderücken aus die Osterbotschaft.

In Bautzen etwa zogen die Reiter durch die Innenstadt über die Friedensbrücke. Vielerorts hatten die Reiter bei kräftigem Wind damit zu tun, ihre Gesangbücher und Zylinder festzuhalten. Der Polizei lagen bis zum Nachmittag keine Informationen zu Unfällen vor.

Insgesamt waren laut Bischöflichem Ordinariat neun Prozessionen mit etwa 1500 Reitern geplant - einige bis in den Abend hinein. Im Kloster in Panschwitz-Kuckau (Landkreis Bautzen) drehten Reiter mehrere Runden im Hof. Auch Ex-Ministerpräsident und Sorbe Stanislaw Tillich (CDU) und Ehefrau Veronika waren unter den Zuschauern.

Sachsens ehemaliger Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und seine Frau Veronika stehen inmitten der Zuschauer, während die sorbischen Osterreiter im Kloster Sankt Marienstern nach altem Brauch zu Pferde die Osterbotschaft verkünden. Quelle: dpa

Die Tradition des Osterreitens geht wohl auf einen Brauch aus vorchristlicher Zeit zurück. Jugendliche und Männer ziehen in Frack und Zylinder zu Ross von der Heimatkirche ins nächste Dorf. Unter Glockengeläut, mit Kreuz, Kirchenfahnen und der Statue des Auferstandenen singen und beten sie dabei.

In Brandenburg zogen wendische Osterreiter bei einer Prozession durch mehrere Spreewaldorte. Die Sorben und Wenden haben slawische Wurzeln. Heute siedeln sie nur noch in Brandenburg und Sachsen.

Von LVZ

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