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Mitteldeutschland Pegida-Chef Lutz Bachmann zieht nach Teneriffa
Region Mitteldeutschland Pegida-Chef Lutz Bachmann zieht nach Teneriffa
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19:10 20.09.2016
Lutz Bachmann kehrt seiner Heimat den Rücken, ist seine Ex-Vertraute Tatjana Festerling überzeugt.  Quelle: dpa
Dresden

Lutz Bachmann verlässt Sachsen. Der Pegida-Anführer lebt auf der Kanaren-Insel Teneriffa und kommt nur noch alle zwei Wochen nach Dresden. Das schreibt seine Ex-Mitstreiterin Tatjana Festerling im Internet und bestätigt damit Gerüchte, die schon längere Zeit kursieren. Demnach plant Bachmann, seiner Heimat den Rücken zu kehren und seinen Lebensmittelpunkt auf die Urlaubsinsel vor der afrikanischen Atlantikküste zu verlegen.

Bachmann bestätigte am Dienstag Festerlings Angaben. „Wen interessiert es, wo man arbeitet und seinen Lebensunterhalt verdient, solange man mit Rückgrat hinter der Sache steht?“, postete Bachmann bei Facebook. Auch frage er sich, warum Festerling jetzt damit an die Öffentlichkeit gehe. „Monatelang war es bekannt und trotzdem uninteressant!“ Er halte sich bereits seit etwa fünf Monaten in Teneriffa auf und sei dort auch geschäftlich tätig, sagte Bachmann in einem Video auf seinem Youtube-Kanal.

Festerling ließ die Katze in einem Kommentar bei Facebook aus dem Sack. Dabei ging es um ihren eigenen Urlaub an der polnischen Ostseeküste, die aktuellen Auseinandersetzungen zwischen den ehemaligen Mitgliedern der Pegida-Spitze und um den Demo-Streit zwischen Pegida und Fersterlings Organisation „Festung Europa“. Sie schreibt: „Ich wollte Lutz Bachmann nie (!) die Führungsposition streitig machen, jedoch mit Sigi gemeinsam dafür sorgen, dass Pegida weiter kraft- und anspruchsvoll bestehen bleibt, wenn LB seinen Lebensmittelpunkt nach Tenerifa verlegt und nur noch alle 2 Wochen für seine Widerstands-Show einfliegt.“

Im Klartext: Neuer Frontmann bei Pegida vor Ort ist die bisherige Nummer zwei Siegfried Däbritz, den Festerling in dem Eintrag „Sigi“ nennt. Der Meißner, der früher FDP-Mitglied war, hat auch am Montagabend auf der Pegida-Bühne auf dem Postplatz gesprochen, während sich Bachmann lediglich via Videobotschaft zum 3. Oktober im Internet zu Wort meldete. Bachmanns Abwesenheit widmete Däbritz dabei kein Wort. Ähnliches erlebten die Pegida-Anhänger bereits am Jahresanfang als Lutz Bachmann mehrere Wochen lang bei den sogenannten Montagsspaziergängen fehlte. Damals war von Burnout die Rede, Däbritz räumte schließlich ein, der Pegida-Frontmann sei erschöpft. Bachmann selbst berichtete schließlich von „leichten gesundheitlichen Problemen“, bevor er am 29. Februar überraschend wieder auf der Bühne stand.

Die Pegida-Verantwortlichen äußerten sich nicht zu Festerlings Vorwürfen. Eine telefonische Nachfrage zum Facebook-Eintrag seiner ehemaligen Mitstreiterin ließ Bachmann nicht zu und legte sofort auf. Allerdings meldete er sich am Nachmittag zu Wort und griff dabei Festerling verbal an. Zugleich räumte er dabei ein, tatsächlich außerhalb Dresdens aktiv zu sein. „Ich habe einen schönen Mitschnitt vom Frühjahr 2016, als ich bei einer Orgasitzung vorschlug, die Spaziergänger über meine Tätigkeit im Ausland zu informieren um Gerüchten vorzubeugen“, schrieb Bachmann. Festerling sei damals dagegen gewesen, die Pegida-Anhänger darüber zu informieren. Zugleich kündigte er an, bei der Demo am Montag „die Vertrauensfrage“ zu stellen. Er habe sich nichts vorzuwerfen. Allerdings ist das überflüssig, denn dazu wäre erforderlich, dass Bachmann von den Pegidisten in sein Amt gewählt worden ist.

Von Christoph Springer, DNN

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