Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Per Klick zum virtuellen Sorbischunterricht
Region Mitteldeutschland Per Klick zum virtuellen Sorbischunterricht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:24 04.04.2017
Durch einen Online-Sprachkurs soll die Erhaltung der sorbischen Sprache gefördert werden. (Symbolfoto) Quelle: dpa
Anzeige
Dresden

Für den Erhalt der sorbischen Sprache setzt die Stiftung für das sorbische Volk künftig verstärkt auf neue Medien. Wie dessen Direktor Jan Budar am Dienstag nach der Stiftungsratssitzung in Dresden sagte, kann im April der erste Teil des Projekts „Sorbisch Online Lernen“ präsentiert werden. Dabei handle es sich um den Grundkurs „Obersorbisch“, bei dem Grundkenntnisse der Sprache erworben werden können. Die nächsten Stufen seien bereits in Arbeit. Auch eine niedersorbische/wendische Variante wurde in Auftrag gegeben. Unterstützt wird das Projekt durch das Multimediale Sprachlernzentrum der TU Dresden.

Ebenfalls im April wird die obersorbische Rechtschreibprüfung für die gängigen Office-Programme qualitätsgeprüft fertig. Ergänzend dazu können unter soblex.de Wörter und grammatische Formen gesucht werden. „Es ist wichtig, die Barrieren zum Erlernen der Sprache so niedrig wie möglich zu machen“, sagte Stiftungsratsvorsitzende Susann Schenk. Mit Hilfe der neuen Medien sollen auch die sorbischen beziehungsweise Sprachräume gestärkt und ausgebaut werden.

Insgesamt soll die Sprachförderung wieder mehr in den Mittelpunkt der Stiftungsarbeit rücken. „Kreative Ideen können gern an uns herangetragen werden. Wir wollen mehr solcher Projekte unterstützen“, sagte Budar. Gleichzeitig sollen die sorbischen Institutionen stärker zusammenarbeiten. Ein gutes Beispiel seien das Deutsch-Sorbische Volkstheater und das Sorbische National-Ensemble (SNE) in Bautzen. Bereits seit Beginn des Jahres gibt es für beide Häuser einen technischen Leiter.

Außerdem sol es eine gemeinsame Planungs- und Ticket-Software geben. Die Kosten von 160 000 Euro teilen sich Kulturraum und Stiftung. „Wir versprechen uns davon, dass ein gemeinsamer Spielplan entsteht“, sagte Budar. Die SNE-Intendanz bleibt indes weiter vakant. Über die Besetzung der Stelle wird in einer Sondersitzung des Stiftungsrats am 16. Mai beraten.

Insgesamt hat die Stiftung für das sorbische Volk 2017 einen Etat von 18,6 Millionen Euro. Sie finanziert neun Einrichtungen. Den größten Anteil erhalten das SNE, der Domowina Verlag und das Sorbische Institut. Geldgeber sind der Bund und die Länder Sachsen und Brandenburg. Für Projekte im Bereich neuer Medien haben Bund und Länder zusätzlich 1,8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Nach offiziellen Angaben gibt es etwa 60 000 Sorben und Wenden, von denen zwei Drittel in Sachsen leben. Das Siedlungsgebiet der Sorben liegt in Ostsachsen, die niedersorbisch sprechenden Wenden sind im Süden Brandenburgs beheimatet.

LVZ

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Vorsitzende der Dresdner Stadtratsfraktion, Stefan Vogel, ist am Dienstag von seiner Direktkandidatur für die Bundestagswahl für den Wahlkreis Dresden II/Bautzen II zurückgetreten. Gründe nannte er nicht.

04.04.2017

Ob es sich bei dem sexuellen Missbrauch eines Jungen bei der Dresdner Parkeisenbahn um einen Einzelfall handelt, wurde nun in einem Gutachten festgehalten. Das Ergebnis wird am Mittwoch bekanntgegeben.

04.04.2017

Gemeinsam mit vier Bundesländern will Sachsen ab 2019 ein gemeinsames Zentrum für Telekommunikationsüberwachung betreiben. Die Zentrale entsteht in Leipzig. Schwere Straftaten sollen so schneller aufgeklärt werden. An den Plänen gibt es auch Kritik.

04.04.2017
Anzeige