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Mitteldeutschland Poggenburg tritt Ende März zurück
Region Mitteldeutschland Poggenburg tritt Ende März zurück
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10:04 08.03.2018
ARCHIV - 02.12.2017, Niedersachsen, Hannover: Andre Poggenburg, Landesvorsitzender der AfD Sachsen-Anhalt, spricht beim Bundesparteitag der Alternative für Deutschland im HCC Hannover Congress Centrum. (zu dpa «Kreise: Poggenburg kündigt intern Rückzug als Fraktionschef an» vom 07.03.2018) Foto: Philipp von Ditfurth/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: dpa
Magdeburg

André Poggenburg will den Vorsitz der sachsen-anhaltischen AfD-Landtagsfraktion Ende des Monats aufgeben. Auch als Landesvorsitzender wolle er zurücktreten, teilte der AfD-Fraktionsvorstand am Donnerstag in Magdeburg mit. Er habe seine Entscheidung damit begründet, „Druck von Partei und Fraktion“ nehmen zu wollen.Poggenburg selbst war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Nach einem Vertrauensentzug hatte der AfD-Landeschef bereits intern seinen Rücktritt angekündigt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Fraktionskreisen. In einer geheimen Vertrauensabstimmung der Fraktion am 27. Februar habe der 42-Jährige nur drei Stimmen von Unterstützern erhalten. 17 Abgeordnete stimmten demnach gegen ihn, zwei enthielten sich.

Interne Kritik nach „Kameltreiber“-Rede

Wie die dpa weiter erfuhr, waren Anlass für die Aussprache und den anschließenden Entzug des Vertrauens Rückmeldungen aus den Kreisverbänden nach Poggenburgs umstrittener Rede beim Politischen Aschermittwoch in Sachsen. Dort hatte er in Deutschland lebende Türken als „Kümmelhändler“ und „Kameltreiber“ verunglimpft, die in Deutschland „nichts zu suchen und nichts zu melden“ hätten.

Das brachte ihm neben bundesweiter Empörung auch parteiinterne Kritik ein. Die Kreisverbände meldeten vermehrt Austritte und den Rückzug von Mitgliedsanträgen. Poggenburg, der auch den zerstrittenen sachsen-anhaltischen Landesverband führt, steht intern schon länger wegen seines Führungsstils in der Kritik.

AfD will sich nicht in „ganz rechte Ecke“ drängen lassen

NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ berichteten unter Berufung auf Teilnehmer der Sitzung von Ende Februar, man habe Poggenburg gebeten, den Fraktionsvorsitz niederzulegen, und ihm auch empfohlen, als Parteichef in Sachsen-Anhalt zurückzutreten. Zu sehr fürchtete man sich, „durch sein Verhalten weiter in die ganz rechte Ecke gestellt zu werden“, wie der Rechercheverbund einen AfD-Abgeordneten zitierte. „Poggenburg ist vor allem an sich selbst gescheitert.“

Drei AfD-Abgeordnete hatten die einst 25-köpfige Fraktion im Magdeburger Landtag bereits verlassen. Poggenburgs Arbeitsweise sorge für Kritik, hieß es aus der Fraktion. Ihm fehle die Fähigkeit zur Selbstkritik und guten Führung.

Von LVZ