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Mitteldeutschland Politologe: AfD punktet in ländlichen Regionen - kein Unterschied in Ost und West
Region Mitteldeutschland Politologe: AfD punktet in ländlichen Regionen - kein Unterschied in Ost und West
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08:14 26.05.2014
Hendrik Träger von der Universität Leipzig. Quelle: dpa
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Berlin

Insgesamt zeige sich kein Unterschied zwischen Ost und West. So hätten etwa in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg viele Menschen für die neue Partei gestimmt.

Im Osten schwankt das Ergebnis. So erreichte die Alternative für Deutschland in Sachsen-Anhalt laut vorläufigem Endergebnis 6,3 Prozent, in Sachsen dagegen 10,1 Prozent der Stimmen, in Brandenburg 8,5 Prozent, in Berlin 7,9 und in Thüringen 7,4 Prozent. In Landkreisen an den Außengrenzen sei deutlich häufiger AfD gewählt worden als im Landesinneren, beobachtete Träger. Das gelte etwa für die Sächsische Schweiz, die Görlitzer Region, den Erzgebirgskreis, aber auch die Stadt Frankfurt/Oder.

In der ostsächsischen Gemeinde Dürrhennersdorf mit 864 Wahlberechtigten wurde sogar ein Wert von 26,8 Prozent erreicht. In manchen dieser Gebiete seien früher NPD-Protestwähler aufgefallen, sagte der Parteienforscher. In wirtschaftlich relativ schwachen Gebieten nahe der Grenze verfange sich die Nachricht der AfD womöglich besser. „Das wäre eine Ad-hoc-Vermutung“, sagte Träger. Insgesamt habe die AfD davon profitiert, dass weniger Menschen zur Wahl gegangen sind als bei der Bundestagswahl im Herbst, so dass sie prozentual besser abgeschnitten habe. Diesmal hätten vermutlich auch mehr CDU-Wähler für die AfD gestimmt.

Bundesweit erreichte die AfD bei ihrer ersten Europawahl gleich 7,0 Prozent - ein wichtiger Erfolg auch mit Blick auf die Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen in einigen Monaten. Der Partei wurde immer wieder vorgehalten, von Rechten unterwandert zu werden. Die AfD-Spitze hatte das zurückgewiesen. Zwischen Ost und West habe es bei der Abstimmung insgesamt kaum Unterschiede gegeben, sagte Träger. Nach wie vor sei die Linke im Osten allerdings beliebter als im Westen. „Das liegt einfach daran, dass die Linke im Osten mit zum politischen System gehört.“ Im Westen habe die Linke immer noch das Image, aus der PDS und der SED hervorgegangen zu sein.

dpa

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