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Mitteldeutschland Polizei entschuldigt sich bei ZDF-Team
Region Mitteldeutschland Polizei entschuldigt sich bei ZDF-Team
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19:38 24.08.2018
Ein Graffiti mit der Aufschrift "Pegizei" ist an einer Hauswand in der Dresdner Neustadt zu sehen. Thematisiert ist der umstrittene Polizeieinsatz gegen ein ZDF-Team am Rande einer Pegida-Demonstration gegen den Besuch von Kanzlerin Merkel. Die Polizei soll sich jetzt beim Kamerateam entschuldigt haben. Quelle: dpa
Dresden

Nach dem umstrittenen Vorgehen der sächsischen Polizei gegen ein ZDF-Team am Rande einer „Pegida“-Demonstration hat sich die Polizei bei dem ZDF-Team entschuldigt, wie der Sender selbst mitteilte. Der Vorgang solle nach Darstellung der Polizei gründlich nachgearbeitet werden.

Die betroffenen Journalisten haben sich am Freitag mit dem Dresdner Polizeipräsidenten Horst Kretzschmar getroffen. An dem knapp zweistündigen Gespräch nahmen unter anderem auch ein Justiziar des ZDF sowie die „Frontal 21“-Moderatorin Ilka Brecht teil. Eine gemeinsame mündliche Stellungnahme nach dem Treffen lehnte ein Polizeisprecher zunächst ab.

Polizeipräsident über Dauer der Kontrolle verwundert

Laut einer schriftlichen Pressemitteilung der Polizei vom Freitagabend sagte Kretzschmar nach dem Treffen, die Polizei sei sich der Vernatwortung für die Sicherung der Pressefreiheit bewusst. Zudem sei ihm unverständlich, "dass die Klärung, nachdem ein Demonstrant den Journalisten rechtswidriges Verhalten vorgeworfen hat, so lange dauerte und die Journalisten 45 Minuten lang nicht ihrer Arbeit nachgehen konnten."

Über den Einsatz müsse noch einmal gesprochen werden. "Unser Ziel ist ausdrücklich, aus dem Vorgang für die Zukunft zu lernen", wird der Polizeipräsident in der Mitteilung zitiert.

Hintergrund sind die Vorkommnisse am Rande einer Demonstration, bei der das ZDF-Team in seiner Arbeit für das Magazin „Frontal 21“ behindert worden sein soll. Ein „Pegida“-Demonstrant hatte sich am Rande eines Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag vergangener Woche in Dresden massiv bei einem Kameramann beschwert, der aus seiner Sicht widerrechtlich sein Gesicht gefilmt habe. Daraus ergab sich ein Polizeieinsatz, bei dem das Team, einer von ihnen der Reporter Arndt Ginzel, nach eigenen Angaben rund 45 Minuten lang festgehalten wurde.

jhz/LVZ

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