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Mitteldeutschland Bürgergespräch in Chemnitz - Stimmung aufgeheizt, Demo ruhig
Region Mitteldeutschland Bürgergespräch in Chemnitz - Stimmung aufgeheizt, Demo ruhig
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20:45 30.08.2018
In Chemnitz will Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sich über die Vorfälle und Ausschreitungen vom Sonntag und Montag unterhalten. Quelle: dpa
Leipzig/Dresden

Am Rande des Bürgerdialogs mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) in Chemnitz haben sich am Donnerstagabend nach Schätzungen der Polizei etwa 900 Menschen bei einer Protestkundgebung der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz versammelt.

Vier Tage nach dem gewaltsamen Tod eines 35-Jährigen und anschließenden Demonstrationen mit Übergriffen auf Ausländer kam der Ministerpräsident nach Chemnitz und traf im sogenannten "Bürgergespräch" 550 Menschen. Kretschmer, Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) und ein großer Teil des Kabinetts, die komplette SPD-Fraktion sowie der Grünen-Abgeordnete Volkmar Zschocke stellten sich den Fragen und teils wütender Kritik.

  • 30.08.18 20:32
    Zwei Tatverdächtige aus den Reihen der "Pro Chemnitz"-Demo vom Montag wurden auf der heutigen Kundgebung von Polizisten erkannt.

    Gegen einen 37-Jährigen wird wegen des Verdachts der versuchten Körperverletzung an einem Polizeibeamten ermittelt. Laut PD Chemnitz soll er am Montag auch Pyrotechnik gezündet haben.

    Gegen einen 35-Jährigen läuft ein Ermittlungsverfahren, weil dieser am Montag gegen das Vermummungsverbot verstoßen haben soll.
  • 30.08.18 20:21
    Bis gegen 21 Uhr registrierte die Polizei acht Straftaten. Dabei handelt es sich um Verstöße gegen das Versammlungsgesetz und das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.
  • 30.08.18 20:18
    650 Menschen nahmen letztlich an dem Bürgergespräch teil - bei der in der Nähe stattfindenden Demo waren es 900, so die Polizeidirektion Chemnitz am Abend.
  • 30.08.18 20:16
    Die Polizei hatte am Donnerstag 1200 Beamte im Einsatz - doppelt so viele wie noch am Montag. Darunter Kräfte aus Bayern, Hessen, Thüringen, Berlin, Sachsen-Anhalt und von der sächsischen Bereitschaftspolizei sowie Bundespolizei. Der Einsatz sei störungsfrei verlaufen.
  • 30.08.18 20:01
    Nach Medienberichten hält sich Kretschmer an sein Wort und diskutiert weiter mit den Anwesenden des "Bürgergesprächs".
  • 30.08.18 19:23
    Die Polizei zieht langsam ihre Kräfte ab. Bislang blieb es ruhig.
  • 30.08.18 19:18
    Anschließend verließ Kretschmer die Bühne. Das Bürgergespräch im Stadion des Chemnitzer FC fand damit sein offizielles Ende.
  • 30.08.18 19:14
    Kretschmer bedankte sich bei den Anwesenden für die hitzigen Diskussionen. Er bot den Teilnehmern an, am Abend weiter zu diskutieren: "Meine Kinder müssen morgen früh um 7 in die Schule. So lang habe ich Zeit."
  • 30.08.18 19:13
    Sachsens Ministerpräsident Kretschmer zieht eine Bilanz des Bürgergesprächs am Donnerstagabend. "Wir müssen uns gemeinsam eine Faktenbasis schaffen." Was sei passiert, was waren Fakenews? Er stehe zu Chemnitz.
  • 30.08.18 19:07
    Ein Bürger fordert Wiedergutmachung für den Misskredit, in den die Stadt am Wochenende gebracht wurde. Kretschmer: „Chemnitz ist nicht rechts oder braun. Es gibt aber jetzt diese Bilder, die in der Welt sind, die müssen wir korrigieren. Dazu brauchen wir eine ordentliche Diskussionskultur. Die haben wir heute Abend miteinander gehabt. Das ist doch ein Anfang.“
  • 30.08.18 19:01
    Immer wieder wurde in den Gesprächen Kritik an der Darstellung der Medien laut. Er wolle, laut "Chemnitzer Freie Presse", in seiner Regierungserklärung in der kommenden Woche die Lage differenzierter darstellen: Chemnitz sei nicht rechts. Die Medien verteidigte er nicht. Als ein Mann in der Runde des MP betont: "Die Medien können nicht alle falsch berichten", gibt es Gelächter.
  • 30.08.18 18:56
    Rößler sagte der LVZ zur Bewerbung um den Titel Kulturhauptstadt: "Das ist ein Zeichen - gerade jetzt. Das bringt die Bürgerschaft zusammen." Dabei sei ihm auch klar, dass das Bewerbungsverfahren für Chemnitz nach den aktuellen Geschehnissen „nicht einfacher geworden“ ist.
  • 30.08.18 18:36
    Laut Polizei waren etwa 900 Menschen dem Demoaufruf des rechten Bündnisses "Pro Chemnitz" gefolgt.
  • 30.08.18 18:35
    Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig erinnerte im Stadion die Bürger daran: "Wenn Sie bei einer Demo einen sehen, der den Hitlergruß zeigt, dann machen Sie einen Ordner auf den aufmerksam. Das ist Ihr gutes Recht als Demonstrant.“
  • 30.08.18 18:20
    Sachsens Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) will das angeschlagene Image der Stadt Chemnitz verbessern. „Ich unterstütze die Bewerbung von Chemnitz als Europäische Kulturhauptstadt 2025."
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Es wird erwartet, dass auch die Tötung des Deutschen zur Sprache kommt. Er war am Sonntag erstochen worden. Tatverdächtig sind ein 22-jähriger Iraker und ein 23 Jahre alter Syrer - einer von ihnen ist laut Staatsanwaltschaft Chemnitz mehrfach vorbestraft. Zwei Tage lang waren anschließend rechte Gruppierungen, gewaltbereite Hooligans und Neonazis durch Chemnitz gezogen. Nun hat die rechtspopulistische Bewegung Pro Chemnitz fast zeitgleich zur Kretschmer-Veranstaltung zu einer Demonstration am Stadion aufgerufen.

Die Polizei sichert beide Veranstaltungen auch mit Hilfe von Einsatzkräften der Bundespolizei sowie Bereitschaftspolizei aus fünf Bundesländern ab. Zuletzt war die Polizei bei den Demonstrationen am vergangenen Montag dafür kritisiert worden, zu wenige Einsatzkräfte vor Ort gehabt zu haben.

joka/nöß (mit dpa)
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