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Mitteldeutschland Porträt: Aufstieg und Fall von Roland Wöller in knapp fünf Jahren
Region Mitteldeutschland Porträt: Aufstieg und Fall von Roland Wöller in knapp fünf Jahren
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19:20 20.03.2012
Sachsens Ex-Kultusminister Roland Wöller (CDU) Quelle: Andreas Döring
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Dresden

Im Streit um das Bildungspaket der schwarz-gelben Staatsregierung zeigte Wöller am Ende Rückgrat, allerdings fehlte ihm da schon Rückhalt in den eigenen Reihen. „Ich gehe ohne Zorn und bedanke mich bei allen, mit denen ich an unserer gemeinsamen Aufgabe zusammenwirken durfte“, sagte Wöller am Tag seines Rücktritts.

Wer den ehrgeizigen Politiker kennt, weiß um seine Gefühlslage. Denn eigentlich fühlte er sich mit seinem politischen Latein im Freistaat noch lange nicht am Ende. Im September 2007 hatte der damalige Regierungschef Georg Milbradt (CDU) nach der Fast-Pleite der Landesbank Sachsen das Kabinett umgebildet und Wöller das Agrar- und Umweltministerium übergeben. Wöllers Amtsvorgänger hieß Stanislaw Tillich (CDU), wurde zunächst Finanzminister und nach dem Rücktritt Milbradts ein halbes Jahr später neuer Regierungschef.

Tillich hielt an Wöller fest, auch wenn der gebürtige Duisburger als neuer Kultusminister ab Sommer 2008 nicht gerade La-Ola-Wellen in der CDU-Fraktion auslöste. Zu forsch, zu selbstbewusst schien der Mann aus dem Westen so manchem CDU-Ostler. Dennoch fuchste sich Wöller immer besser in das Ressort ein und wurde auch äußerlich gelassener. Nur einmal wirkte er angestrengt: Im Zuge der Plagiatsaffäre um CSU-Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg schienen Plagiatsjäger auch bei Wöller fündig zu werden. Nach nochmaliger Prüfung durfte er aber seinen Doktortitel behalten.

Was Wöller nun ohne Ministeramt machen wird, steht in den Sternen. Arbeitslos wird er jedenfalls nicht. Seit 2003 hatte er zunächst in Vertretung eine Professur an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden (FH) inne, 2006 wurde er dort ordentlich berufen. Die Parteikarriere Wöllers reicht schon länger zurück. 1987 war er in die Junge Union eingetreten, im Jahr darauf erhielt er das CDU-Parteibuch. Dem Landtag in Dresden gehört er seit 1999 an.

dpa

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