Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Preiserhöhung: Deutsche Post langt beim Briefporto zu
Region Mitteldeutschland Preiserhöhung: Deutsche Post langt beim Briefporto zu
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:27 21.10.2015
Ab 2016 soll das Verschicken von Briefen 0,70 Euro kosten. Quelle: dpa
Anzeige
Bonn

Briefe verschicken wird für die Verbraucher in Deutschland ab 2016 erneut teurer: Nachdem in den vergangenen Jahren das Porto bereits dreimal in Folge gestiegen war, will die Deutsche Post die Preise abermals erhöhen - und zwar drastisch. Wie der Branchenprimus am Mittwoch in Bonn mitteilte, soll das Porto für den Standardbrief (bis 20 Gramm) von derzeit 62 Cent auf 70 Cent erhöht werden und dann bis Ende 2018 stabil bleiben. Das wäre ein Anstieg um fast 13 Prozent. Erhöhen will das Unternehmen darüber hinaus auch die Preise für den internationalen Standardbrief und die Postkarte ins Ausland sowie für den Großbrief. Andere Briefformate bleiben der Post zufolge stabil. 

Die Bundesnetzagentur hatte in einem Entscheidungsentwurf der Post einen erhöhten Spielraum bei der Preisgestaltung zugestanden. Hintergrund hierfür waren gesetzliche Änderungen bei den regulierten Entgelten vom Frühjahr dieses Jahres. Die Bundesnetzagentur als oberste Aufsichtsbehörde über den Postmarkt hatte die Aufgabe, die Messgrößen entsprechend anzupassen. 

Über den Entwurf will die Behörde endgültig nach einer Anhörung Ende November entscheiden. Der Beschluss gilt aber als sicher. Erst danach werde die Post die geplante Portoerhöhung der Bundesnetzagentur zur Genehmigung vorlegen, hieß es vom Unternehmen weiter. Die Preiserhöhungen würden schon jetzt angekündigt, damit alle Kunden die Gelegenheit hätten, sich darauf einzustellen. Im lizenzierten Briefbereich (bis 1000 Gramm) muss sich die Post jeden Preisschritt von der Behörde vorab genehmigen lassen. 2016 wäre nun bereits das vierte Jahr in Folge, in dem eine Preiserhöhung die Kunden trifft, nachdem die Portopreise davor mehr als 10 Jahre stabil gehalten wurden. Durch die zunehmende Bedeutung des Internets, Emails, sozialer Netzwerke und Messenger-Dienste wie Whatsapp, Threema oder Telegram befindet sich die klassische Briefsparte bei der Post in einer Abwärtsspirale.  

Mit ihrer Entscheidung will die Bundesnetzagentur die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Post „die Herausforderungen der digitalen Konkurrenz stemmen kann“ und den Verbrauchern auch weiterhin eine flächendeckende Versorgung zu erschwinglichen Preisen zur Verfügung steht, erklärte der Präsident der Behörde, Jochen Homann. Derzeit übersteige das festgestellte Kostenniveau der Post, einschließlich des Gewinnsatzes, das aktuelle Entgeltniveau. So ermittelte die Behörde über alle anstehenden Produkte für den angegebenen Zeitraum bis 2018 einen Produktivitätsrückstand von 5,8 Prozent. Einschließlich Inflationsrate ergibt sich daraus für den gelben Riesen ein Preiserhöhungsspielraum von mehr als 7 Prozent über alle Produkte gesehen. 

Die Post spielte die Größenordnung der geplanten Portoanpassung  herunter: Mit 70 Cent läge der Preis für den Standardbrief in Deutschland immer noch im europäischen Vergleich im Mittelfeld. Diese Position werde sich in den Folgejahren durch die geplante Preisstabilität für drei Jahre weiter verbessern, hieß es.

Von LVZ

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Kassenärztlichen Vereinigungen in Ostdeutschland fordern eine Begrenzung von Leistungen der Notaufnahmen. „Fehl- und Überversorgungen“ müssten begrenzt werden, heißt es in einer Erklärung. Damit wenden sie sich gegen geplante Portalpraxen an Kliniken.

20.10.2015

Kommunalpolitiker waren in Freital zu einer Gesprächsrunde mit der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Aydan Özuguz, geladen. Nicht alle sind gekommen.

20.10.2015

Der Freistaat Sachsen hat ehemalige Bedienstete gebeten, für die Flüchtlingshilfe wieder in den Dienst zu treten – und von 3500 Ruheständlern haben mehr als 500 zugesagt. In dieser Woche beginnt das Auswahlverfahren. Fest steht allerdings schon: Es haben sich viel mehr Freiwillige gemeldet, die befristet wieder angestellt werden, als die Landesregierung erwartet hatte.

20.10.2015
Anzeige