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Mitteldeutschland Ramelow soll für die Linke Thüringer Staatskanzlei erobern
Region Mitteldeutschland Ramelow soll für die Linke Thüringer Staatskanzlei erobern
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11:48 30.03.2014
Will Ministerpräsident werden: Bodo Ramelow. Quelle: dpa
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Erfurt

Der langjährige Chef der Landtagsfraktion und einstige Fusionsbeauftragte der Linken soll die Partei in Thüringen von der Oppositions- auf die Regierungsbank bringen. Seit 24 Jahren stellt die CDU in Erfurt den Regierungschef.

Ramelow und die Landesvorsitzende Susanne Hennig bekräftigten den Anspruch der Linken, Thüringen nach der Landtagswahl am 14. September zu regieren. „Wir stellen heute unser Personal für den politischen Wechsel auf“, sagte Hennig. Sie wurde mit 83,8 Prozent der abgegebenen Stimmen auf Listenplatz zwei gewählt. Ramelow kündigte ein „Bündnis mit den Bürgern“ an.

Umfrage: Mehrheit für Rot-Rot-Grün

Nach der jüngsten Umfrage im Auftrag des MDR käme die Linke bei der Landtagswahl auf 28 Prozent der Stimmen und hätte zusammen mit SPD und Grünen eine Mehrheit von 51 Prozent. Auch der Bundesvorsitzende der Linken, Bernd Riexinger, rechnet mit einem guten Abschneiden der in Thüringen traditionell starken Partei.

„Es wäre ein Signal, wenn die SPD erstmals einen Ministerpräsidenten der Linken wählen würde. Damit hätte die Linke wirklich einen Sprung gemacht“, sagte Riexinger. An der Bereitschaft der Grünen zu einem rot-rot-grünen Bündnis meldete er jedoch Zweifel an. „Die Grünen wandern bundesweit eher zu den Schwarzen.“

Bereits 2009 hatte Ramelow die Partei in den Wahlkampf geführt und mit 27,4 Prozent zur zweitstärksten Fraktion nach der CDU im Landtag gemacht. Schon vor fünf Jahren hatten Linke und SPD rechnerisch eine Mehrheit. Die Sozialdemokraten lehnten anders als heute jedoch die Wahl eines Ministerpräsidenten der Linken ab.

Riexinger bescheinigte dem aus Niedersachsen stammenden Ramelow in seiner Karriere viel „Einsatz für die kleinen Leute“ - erst als Gewerkschafter und ab 1999 als Politiker. Zu den ersten Gratulanten nach seiner Wahl zum Spitzenkandidaten gehörten einige Bergleute der 1993 von der Treuhandanstalt geschlossenen Kali-Grube Bischofferode um Ex-Betriebsrat Gerhard Jüttemann. Ramelow hatte nach dem erfolglosen Hungerstreik der Bergleute vor 21 Jahren den Sozialplan für sie mitverhandelt. Sie überreichten ihm eine Grubenlampe, mit der er Licht ins Dunkel um den Kali-Vertrag bringen soll.

Auf der Vertreterversammlung bis Sonntag wird mit Kampfkandidaturen um die Plätze auf der Landesliste gerechnet, die den Einzug als Abgeordnete in den Landtag versprechen. Die Parteispitze rechnet damit, dass 26 bis 30 Mandate gewonnen werden könnten.

dpa

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