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Mitteldeutschland Rechtsextreme Gruppe „Der III. Weg“ weiter mit Zulauf in Sachsen
Region Mitteldeutschland Rechtsextreme Gruppe „Der III. Weg“ weiter mit Zulauf in Sachsen
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15:26 20.02.2019
Mitglieder der Gruppe „Der III. Weg“ als Teilnehmer einer Demonstration von Nationalisten und Rechtsradikalen 2017 in Kiew. (Archivfoto) Quelle: dpa
Leipzig

Die rechtsextreme Gruppierung „Der III. Weg“ erfreut sich in Sachsen offenbar weiterhin steigenden Zulaufs. Wie Innenminister Roland Wöller (CDU) auf Nachfrage der Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz (Linke) bekannt gab, habe die Gruppe im Freistaat inzwischen 125 Mitglieder. Vier davon sollen vormals in verbotenen Organisationen tätig gewesen sein. „Das sind noch keine Massen – trotzdem gelang der Gruppe, die als Auffangbecken für den harten, elitären Kern der Naziszene gilt, eine Verdopplung binnen zwei Jahren. Bundesweit gibt es mehr als 500 Mitglieder, neben dem Stammland Bayern dürfte Sachsen am bedeutsamsten sein“, sagte Köditz am Mittwoch.

„Der III. Weg“ wurde ursprünglich als Auffangbecken für das 2014 verbotene „Freie Netzwerk Süd“ (FNS) gegründet und orientiert sich laut Bericht des sächsischen Landesamts für Verfassungsschutz klar am historischen Nationalsozialismus, nutze bewusst auch dessen Sprache und Symbolik. Das Programm der Gruppierung zeige Überschneidungen mit dem der NSDAP. Unter anderem wird die Wiederherstellung Deutschlands in seinen völkerrechtlichen Grenzen als Ziel ausgegeben, die über jene der Bundesrepublik Deutschland hinausgehen sollen.

Schwerpunkt in Südsachsen

Allein im Jahr 2018 registrierten die Behörden in Sachsen mindestens 72 Aktionen der Gruppe – mit Fokus in Plauen, Zwickau und Chemnitz. Zunehmend trete „Der III. Weg“ aber auch in Leipzig auf, ergänzte Köditz. „Kinder und Jugendliche sind eine wichtige Zielgruppe, an sie richteten sich neun der Aktionen – darunter etwa wiederholte ’Selbstverteidigungs-Kurse’“, so die Linkenpolitikerin weiter.

Auf Initiative des Bayrischen Landtages wurde im vergangenen Jahr ein bundesweites Verbot der Gruppe diskutiert – letztlich aber vom Bundesinnenministerium aufgrund der Erfahrungen aus dem NPD-Verbotsverfahren verworfen. „Auf meine Nachfrage bestätigte Innenminister Wöller jetzt aber, dass sich Behörden weiterhin zu der Frage austauschen, ob ’Der III. Weg’ überhaupt eine Partei ist – was bei einem möglichen Verbot einen großen Unterschied machen würde. Es ist richtig und wichtig, die Entwicklung genau im Auge zu behalten“, sagte Köditz.

Im Gegensatz dazu verliere die bis 2014 mit acht Abgeordneten im Sächsischen Landtag vertretende NPD im Freistaat weiter an Bedeutung. Die Zahl der Mitglieder sei innerhalb eines Jahres von 400 auf 300 gesunken, teilte das Innenministerium mit. Vor zehn Jahren habe die NPD noch 800 Mitglieder gehabt, so Köditz. Zudem sei die Partei „Die Rechte“ – einstmals ein Auffangbecken für abwandernde NPD-Mitglieder – inzwischen in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Nach Einschätzung des Landesamtes für Verfassungsschutz verfüge die Partei im Freistaat zwar noch über 15 Mitglieder, aber über keine intakten Strukturen mehr.

Von Matthias Puppe

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