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Reisende beklagen überfüllte Züge zwischen Leipzig und Dresden - Neue Wagen mit Mängeln

Reisende beklagen überfüllte Züge zwischen Leipzig und Dresden - Neue Wagen mit Mängeln

Überfüllte Waggons, defekte Toiletten und unbequeme Sitzplätze: Bahnreisende zwischen Leipzig und Dresden schieben derzeit jede Menge Frust. Grund für den Ärger ist die Flottenumrüstung von Doppelstockwagen auf die modernen Talent-2-Züge von Bombardier mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember.

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Blick in einen Talent-2-Zug von Bombardier.

Quelle: Bombardier

Leipzig.  

Im Online-Gästebuch des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) gibt es derzeit nur ein Thema: den Fahrzeugwechsel. „Zum dritten Mal in dieser Woche ist der RE 50 Dresden-Leipzig als Kurzzug gefahren. Bereits am Bahnhof Neustadt konnten nicht alle wartenden Fahrgäste in den Zug einsteigen! Im Zug war selbst das Stehen bis Riesa eine Belastung“, berichtet Fahrgast Michael Ahner in seinem Eintrag.

Der VVO hat jetzt mit einer mehrseitigen Erklärung auf seiner Homepage reagiert und geht das Problem offensiv an. „Die neuen Züge leiden noch an Kinderkrankheiten“, berichtete Christian Schlemper, Sprecher des Verkehrsverbundes, LVZ-Online. Das Problem sei, dass immer neue Mängel auftreten. „Mal ist die Bremse gestört, dann die Software und am nächsten Tag ein Hauptschalter“, so der Sprecher. Ein großes Hindernis seien verstopfte Toiletten gewesen. Da hätten die Fahrgäste allerdings kräftig mitgeholfen. „Sie haben Papierhandtücher einfach in die Toilettenbecken geworfen“, berichtete Schlemper.

 

Wegen der Störungen zog die Bahn mehrere Wagen aus dem Verkehr. Die Folge: Reisende mussten sich mit Kurzzügen und weniger Platz zufrieden geben. Teilweise fuhren auch wieder die alten Doppelstockwaggons zwischen den beiden größten Städten in Sachsen.

 

Dabei wollte die Bahn mit dem Talent 2 einen großen Wurf hinlegen. Die Fahrzeuge gelten als wesentlich sparsamer im Vergleich zu ihren Vorgängern. Auch der Komfort für die Reisende sollte sich verbessern. „Teilweise ist das auch gelungen“, sagte Schlemper. Die Züge seien viel leiser. Außerdem befänden sich jetzt Steckdosen in den Wagen. „Ideal für Fahrgäste, die unterwegs arbeiten wollen“, so der Sprecher.

 

Die Kritik an der Ausstattung überwiegt allerdings. Gleich neben der Tür hat der Hersteller einen Klappsitz angebracht. „Er ist für Kunden gedacht, die nur wenige Stationen mitfahren“, berichtete Schlemper. Die Planungen gehen aber nicht auf. Viele Reisende sitzen dort auch auf längeren Strecken und versperren zugestiegenen Fahrgästen den Durchgang zum Großraumabteil.

 

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Ein Talent-2-Zug der Bahn von Bombardier im Leipziger Hautpbahnhof.

Quelle: Dirk Knofe

Und noch ein Detail ärgert die Bahnfahrer. Im Bereich der Vierer-Sitzgruppen stört der angeschraubte Mülleimer. „Daran stoßen sich die Fahrgäste ständig die Knie“, erklärte der VVO-Sprecher. Der Verkehrsverbund hat die Mängel an die Bahn, die die Strecke mit ihrer Tochter DB Regio als Dienstleister betreibt, und an den Hersteller in Hennigsdorf gemeldet. „Die mangelhafte Leistung wird der VVO mit Strafzahlungen belegen“, kündigte der Zweckverband mit Sitz in Dresden an.

 

Bombardier gab „Anlaufschwierigkeiten“ zu. „Die Mängel sind erkannt und werden behoben“, sagte Unternehmenssprecher Immo von Fallois.

 

Arthur Stempel, Konzerbevollmächtigter der Bahn für Sachsen fügte an: „Ein Problem war die verspätete Auslieferung.“ Dadurch fehle eine richtige Betriebserprobung. Zudem seien bei der Bahn noch kaum Wagenreserven vorhanden. Bei Nachbesserungen in der Werkstatt stehe kein Ersatz für die Strecke bereit.

Insgesamt gehören vier Züge mit drei Wagen und vier Züge mit fünf Wagen zur Flotte für die stündlich befahrene Strecke. Je nach Bedarf können sie zu Paaren kombiniert werden und auch als Verbindung mit acht Waggons zwischen Leipzig und Dresden pendeln. Dann stünden den Reisenden 520 Sitzplätze zur Verfügung, rund zehn Prozent mehr als in den Doppelstockzügen.

Matthias Roth

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