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Mitteldeutschland Richtfest für schwimmende Kirche Vineta
Region Mitteldeutschland Richtfest für schwimmende Kirche Vineta
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10:40 21.12.2009
Modell der schwimmenden Kirche Vineta. Quelle: André Kempner
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Diese bildet die Turmspitze der ehemaligen Magdeborner Kirche nach. Wie berichtet, soll Vineta an die der Braunkohle zum Opfer gefallenen Orte im Südraum erinnern.

Im Frühjahr 2010 wird das auf einem schwimmenden Ponton montierte Mehrzweckgebäude auf den See geschleppt und dort verankert. Künftig dient der Raum der Gemeinde unter anderem für Hochzeiten.

„Hier ist alles Neuland“, sagte Großpösnas Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch vor Ort doppeldeutig. „Aber an diesem Projekt hängt ganz viel Herzblut.“ Das 871.500 Euro teure Vineta – Träger ist die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH – steht symbolisch für die zugunsten der Kohle weggebaggerten Orte der Region. Und verkörpert viele ingenieurtechnische Ideen: „Ich beobachte das Projekt schon seit 2002 mit viel Interesse“, sagt Kurt Kanis, Geschäftsführer der Dafa Bau GmbH aus Leipzig.

„Denn das hier verwendete Verfahren ähnelt der Bauweise, die wir bei unseren Passivhäusern für Wohnen und Gewerbe nutzen.“ Sein Bauleiter Matthias Pilarski dirigiert eben die nächste Holzrahmenwand, die der 40 Meter hohe Turmdrehkran einschweben lässt, an die richtige Stelle. „Wir verwenden Doppel-T-Träger und eine Platte auf der Innenseite des Trägergurtes“, verrät Kanis das Geheimnis der Biegesteifigkeit der Konstruktion. „Damit kann diese schlank ausfallen, ist voll ökologisch und leistet auch noch einen positiven CO2-Beitrag“, meint der Dafa-Chef.

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_238]Verwendet werden „Bau- und Dämmstoffe, die darauf abgestimmt sind, Energieverbrauch und Umweltbelastung während der gesamten Lebensdauer so gering wie möglich zu halten“, sagt Großpösnas Hauptamtsleiter Daniel Strobel, der wegen der Komplexität des Unikats extra zum Projektleiter gekürt wurde.

Planer und Gemeinderat Matthias Potel (SPD) schaut derweil auf den nahen Erdwall. Dieser trennt die von Kabelbäumen überzogene Baustelle noch vom steigenden Pegel des Sees. „Hier am Ponton steht das Wasser jetzt 43 Zentimeter hoch“, erklärt der Bausachverständige. „Bei 90 Zentimetern schwimmt Vineta“, rechnet Potel und hofft, dass es nicht zu Verzögerungen kommt. Denn dann würde Gewicht auf dem Schwimmkörper fehlen, dieser also früher vom Grund abheben.

Ungewiss ist noch, wie Vineta 2010 an den per Boje markierten endgültigen Ankerplatz geschleppt wird und wie Gäste zum und vom Eiland kommen. Für ein, von einem Leipziger Geschäftsmann angeschafftes Amphibienfahrzeug fehlt eine Genehmigung. Klar dagegen ist, dass es nicht an Betreibern fürs auch als Veranstaltungsstätte und Trauzimmer gedachte Kunstwerk mangelt. Drei standen schon auf der Matte. „Wir werden ausschreiben“, sagt Lantzsch, die froh  ist, dass Leute an Vineta glauben. Darin ist sie sich mit Ute Hartwig-Schulz einig.

„Vor zehn Jahren entstand die Idee von Vineta vor dem Hintergrund der Wiedergutmachung für die geschundene Landschaft“, sagt die Künstlerin. „Bei aller Freiheit der Auslegung danke ich der Gemeinde, dass sie so lange bis zur Realisierung durchgehalten hat“, so Hartwig-Schulz.

Ingolf Rosendahl

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