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Mitteldeutschland Rund 18.000 Jugendliche feiern mit Jugendweihe & Co. Abschied von Kindheit
Region Mitteldeutschland Rund 18.000 Jugendliche feiern mit Jugendweihe & Co. Abschied von Kindheit
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13:56 25.03.2018
Blumen und Urkunde zur Jugendweihe: Das Fest steht in Sachsen weiter hoch im Kurs. Quelle: dpa
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Dresden - 

Mehr als die Hälfte der 13- und 14-Jährigen in Sachsen besuchen derzeit Jugendstunden, Konfirmandenunterricht oder Firmkurse. In Diskussionen, Rüstzeiten oder Veranstaltungen bereiten sich damit insgesamt rund 18 000 Jugendliche auf den Eintritt ins Erwachsenenalter vor. Die evangelische Landeskirche rechnet mit mehr Konfirmanden als im Vorjahr, die katholische Kirche aus strukturellen Gründen mit weniger Firmungen und der Jugendweiheverband geht von dem Niveau des Vorjahres bei den Teilnehmerzahlen aus.

Konfirmation als „attraktives Angebot“

Bis Pfingsten werden mehr als 5000 Jugendliche in den evangelischen Kirchgemeinden konfirmiert. In den Vorbereitungskursen sind nach Angaben des Landeskirchenamtes 5041 Teenager - gut 200 mehr als 2017. Der Anstieg spiegele die stärkeren Geburtsjahrgänge 2003/2004 wider, sagt ein Sprecher. Die Konfirmandenzahl schwankt immer wieder wegen geburtenschwacher Jahrgänge oder Weg- und Zuzügen. 2007 war sie auf den Tiefstand von 4000 gesunken, zwischenzeitlich lag sie wieder bei 5000. „Die Konfirmation ist weiterhin ein attraktives Angebot für Jugendliche.“

Firmung nicht in jedem Jahr

Bei der katholischen Kirche gibt es nach dem Rekordjahr 2017 mit über 1000 Firmungen ein „Tal“. „In bestimmten Regionen gibt es die Zeremonie nicht jedes Jahr“, erklärt ein Sprecher des Bistums Dresden-Meissen. Das rechnet diesmal mit 465 Firmlingen, die in der Zeremonie ihre Zugehörigkeit zur Kirche eigenhändig bestätigen. In der Regel werde diese Bischof Heinrich Timmerevers zwischen Vogtland, Sächsischer Schweiz und der Lausitz vornehmen.

Die Vorbereitung beschränkt sich nicht mehr nur auf Unterricht bei Pfarrer oder Priester. Vielmehr wird - auch außerhalb der Stunden an Wochenenden - über ethische Fragen, das Leben, Krieg und Frieden oder soziale Themen diskutiert. Zudem leisten die Jugendlichen sozialen Dienst und bleiben oft nach „Konfi“- oder Firmzeit hinaus befreundet.

Mix aus Bildung und Lebenshilfe zur Jugendweihe

Auch das Themenspektrum der weltlichen Kurse reicht von Geschichte über Berufsberatung bis Cybermobbing und Stilkunde. „Der Trend geht zu gehaltvolleren Veranstaltungen“, sagt eine Sprecherin des Jugendweiheverbandes. Die Jugendlichen suchten nach Orientierung und seien politisch interessiert. So stehen Besuche der KZ-Gedenkstätte Buchenwald (Thüringen), im Landtag, von Gerichten und Gefängnissen sowie Extremismusaufklärung und Demokratiethemen auf dem Programm.

„Auch Cocktailmix- und Knigge-Kurse sind gut besucht.“ Die Mischung aus Spaß und Lebenshilfe kommt an, das Interesse ist groß, vor allem die Abschlussfahrten nach Paris oder Camps auf Rügen. Der Verband geht von rund 12 500 Teilnehmern aus. „Die Quote ist nicht mehr so wie zu DDR-Zeiten“, sagt die Sprecherin. Der Übertritt in den Kreis der Erwachsenen ist ein Familienfest. Die Christen feiern gemeinsam Gottesdienst, die Jugendweihe ist eine moderierte Veranstaltung mit Band und Festrede, oft vom Bürgermeister oder Künstlern, berichtet die Verbandssprecherin. Die Party steigt danach zu Hause - oder mit der Klasse.

Von LVZ

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