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Mitteldeutschland Sachsen-Anhalt: Vogelgrippe-Gefahr noch nicht gebannt
Region Mitteldeutschland Sachsen-Anhalt: Vogelgrippe-Gefahr noch nicht gebannt
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16:34 14.04.2017
Schild mit Warnung vor der Vogelgrippe, fotografiert im vergangenen November in Bad Sudenrode am Harz. Quelle: dpa
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Rund vier Monate nach dem ersten großen Fall von Vogelgrippe in einem Geflügelbetrieb in Sachsen-Anhalt ist die Gefahr aus Sicht des Umweltministeriums noch nicht gebannt. „Das Risiko einer Einschleppung des Geflügelpesterregers können wir nach wie vor nicht hundertprozentig ausschließen“, erklärte Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Es sei weiter größte Sorgfalt bei der Hygiene nötig.

Der hochansteckende H5N8-Erreger trat bislang in 41 Fällen bei Wildvögeln und in vier Vogelhaltungen auf. Insgesamt wurden rund 43 000 Tiere vorsorglich getötet. Der erste große Fall ereignete sich Mitte Dezember des vergangenen Jahres in einem Betrieb im Jerichower Land. 9200 Enten wurden gekeult, nachdem das Virus in dem Nutztierbestand nachgewiesen wurde. Mehr als 33 000 Legehennen traf es Anfang Januar in einem Legehennenbetrieb im Salzlandkreis.

Betroffen waren auch eine kleine private Hühnerhaltung im Harz und der Tierpark in Köthen. Mehrere Wochen musste der Park schließen, nachdem bei einem Trauerschwan die Geflügelpest entdeckt worden war. 133 Wasservögel wurden vorsorglich getötet. Wegen der Schließung sah sich der Tierpark zwischenzeitlich sogar in seiner Existenz bedroht. Anfang Februar konnte der Park dann wieder öffnen.

Über Monate galt im ganzen Land eine strenge Stallpflicht für Geflügel, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Anfang April hob das Ministerium die generelle Stallpflicht auf. Noch immer gibt es jedoch Restriktionszonen, in denen die Tiere weiterhin nicht ins Freie dürfen. Betroffen sind nach Angaben des Ministeriums Gebiete in Halle und Dessau sowie im Saalekreis und dem Kreis Börde.

Der Grund: Nach wie vor gebe es Nachweise des H5N8-Erregers bei Wildvögeln, der Erreger sei in der Wildvogelpopulation also nach wie vor vorhanden. Bei höheren Temperaturen und sonnigem Wetter sei die Überlebensdauer des Virus etwa in Vogelkot jedoch geringer.

Auch das Friedrich-Löffler-Institut geht von einem weiter hohen Eintragungsrisiko des tödlichen Erregers in Geflügelhaltungen aus, insbesondere bei Haltungen in der Nähe von Wasservogelrast- und Wildvogelsammelplätzen. In diesem Jahr trat das Virus bundesweit bereits in mehr als 60 Geflügelhaltungen auf. Die Forscher sprechen von der größten jemals dokumentierten Serie von Geflügelpest in Deutschland.

LVZ

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