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Mitteldeutschland Waldbrände: Sachsen Grüne bemängeln technische Ausstattung
Region Mitteldeutschland Waldbrände: Sachsen Grüne bemängeln technische Ausstattung
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15:43 26.10.2018
Rund 150 Feuerwehrleute aus der ganzen Region kämpften im August gegen den Waldbrand in der Sächsischen Schweiz. (Archivfoto) Quelle: Daniel Förster
Leipzig

Sachsen Grüne bemängeln, dass der Freistaat im Fall von größeren Waldbränden nicht ausreichend mit Löschtechnik ausgestattet sei. „Insbesondere auch deshalb, weil Innenminister Wöller die Lage offenbar nicht ernst genug nimmt", sagte Valentin Lippmann, innenpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, am Freitag. Gründ für seine Befürchtungen sind Angaben der Landesregierung zur technischen Ausstattung des Katastrophenschutzes.

Wie Innenminister Roland Wöller (CDU) erklärte, verfüge der Freistaat über 40 spezielle Löschzüge in drei verschiedenen Landkreisen, die bei Waldbränden eingesetzt werden könnten. 15 Löschfahrzeuge sollen dabei auch geländegängig sein. Was Sachsen allerdings nicht hat sind spezielle Löschflugzeuge oder -Hubschrauber, wie sie zum Teil in anderen Bundesländern zum Einsatz kommen. Eine Anschaffung sei aufgrund der hohen Kosten auch nicht geplant, so der Innenminister.

Lippmann: Löschwasser-Versorgung ist ein Problem

Mehr als 100 Waldbrände gab es allein in diesem Jahr im Freistaat mit gut zwei Dutzenden Hektar zerstörter Fläche. Angesichts des Klimawandels und der anhaltenden Dürre, die nicht auf Besserung schließen lässt, fordert Grünen-Abgeordneter Lippmann deshalb nun Nachbesserungen von Wöller. „Gerade in der Sächsischen Schweiz ist offenbar die Versorgung mit Löschwasser das größte Problem. Hierbei könnte sogar der Polizeihubschrauber bei Transport von Löschwasserbehältern helfen. Umso bedauerlicher ist es, dass sein Einsatz bei Waldbränden offenbar nicht vorgesehen ist“, so Lippmann weiter.

In schwer zugänglichen Gebiet, wie beispielsweise im Nationalpark Sächsische Schweiz, wo im August zwei Tage lang auf 15.000 Quadratmeter Flammen tobten, werden laut Wöller stattdessen nahe liegende Löschwasserentnahmestellen genutzt und ein sogenannter Tanklöschfahrzeug-Kreisverkehr eingerichtet oder die Wasserversorgung der Kräfte durch lange Schlauchleitungen sichergestellt. Weiterführende Angaben könnten nicht gemacht werden, da da Brand- und Katastrophenschutz ohnehin nicht in der Zuständigkeit der Landesregierung lägen, sondern Aufgaben der Gemeinden und Landkreise seien.

„Es ist ärgerlich, dass der Innenminister seine Aufgabe als Vertreter der obersten Brand- und Katastrophenschutzbehörde nicht ausreichend wahrnimmt“, sagte Grünen-Politiker LIppmann und forderte, dass sich Wöller zeitnah mit den Feuerwehren der Gemeinde und Landkreise zusammensetze und die tatsächlich erforderlichen Bedarfe abfrage.

Von Matthias Puppe

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