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Mitteldeutschland Sachsen baut keine Krankenhausbetten ab
Region Mitteldeutschland Sachsen baut keine Krankenhausbetten ab
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17:00 31.08.2018
Nierentransplantation in einem Klinikum. In Sachsen gibt es wieder einen Krankenhausplan. Quelle: epd
Dresden/Leipzig

Sachsen bekommt nach vier Jahren einen neuen Krankenhausplan. Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) stellte die Fortschreibung gestern in Dresden vor. Die gute Nachricht: Alle 78 Kliniken bleiben vorerst erhalten. Offenbar gab es im Vorfeld Verwerfungen um diese Entscheidung. So wird in Dresden kolportiert, dass sich Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) persönlich eingeschaltet habe, um eine ursprünglich geplante Reduzierung von 500 der insgesamt 25 000 Betten zu stoppen. Insbesondere kleinere Krankenhäuser auf dem Lande wären davon betroffen gewesen.

Klepsch warnte deshalb gestern auch: „Gerade im ländlichen Raum wird sich aber die Rolle von Krankenhäusern in den kommenden Jahren deutlich verändern.“ Sie sehe in den Entwicklungen auch „eine große Chance“. Da dies aber mit Augenmaß vorbereitet werden müsse, habe sich die Landesregierung entschieden, Anpassungen der Bettenkapazität im Moment nicht vorzunehmen. In Einzelfällen gebe es sogar moderate Erhöhungen: im somatischen Bereich um 183, im psychischen Bereich sogar um 218 Betten.

Als einen Schwerpunkt des neuen Plans nannte die Ministerin die Versorgung älterer Menschen. Die stationären Angebote würden um insgesamt zehn neue Akutgeriatrien erweitert. „Damit haben wir im Schnitt in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt drei solcher wichtigen Angebote“, so Klepsch. Auch die spezialisierte Adipositasbehandlung werde besonders berücksichtigt. Den bisherigen vier Adipositaseinrichtungen werden zwei weitere in Südwestsachsen hinzugefügt. Die Stärkung der Pflegeberufe sei ebenfalls Schwerpunkt. Der Freistaat stocke die Zahl der Ausbildungsplätze um 660 auf 5484 Plätze auf.

Ein komplett neuer Ansatz im Krankenhausplan sei die Ausweisung von 23 Zentren. Das sind Krankenhäuser mit Leistungen, die weit über ihren eigentlichen Versorgungsauftrag hinausgehen und ihnen dadurch ein Alleinstellungsmerkmal verschaffen.

Die Krankenhausgesellschaft Sachsen begrüßte gestern den neuen Plan. Vize-Geschäftsführer Friedrich München sagte, die Verabschiedung sei von großer Bedeutung, da er die Grundlage für die anstehenden Budgetverhandlungen der Krankenhäuser mit den Krankenkassen darstelle. Die Budgetsumme von rund vier Milliarden Euro bilde die finanzielle Basis für die Leistungserbringung der Krankenhäuser. Für die Zukunft werde eine wirtschaftliche und strukturelle Konsolidierung der Krankenhäuser in den ländlichen Räumen bei gleichzeitigem Ausbau der Krankenhäuser in den Ballungszentren und Vernetzung beider gebraucht. München: „Nach der Krankenhausplanung ist also auch vor der Krankenhausplanung.“

Barmer-Landesgeschäftsführer Fabian Magerl betonte, aktuell sei die medizinische Versorgung in den Kliniken durch zum Teil große Qualitätsunterschiede geprägt. „Es ist daher erforderlich, dass schnellstmöglich klare Qualitätskriterien für Krankenhäuser festgelegt und umgesetzt werden.“

Von Roland Herold

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