Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Sachsen bleibt beim Nein zu Elbe-Staustufe in Decín - Umweltminister fürchtet negative Folgen
Region Mitteldeutschland Sachsen bleibt beim Nein zu Elbe-Staustufe in Decín - Umweltminister fürchtet negative Folgen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:24 05.04.2012
Das Ringen um tschechische Staustufen in der Elbe geht weiter. Deutsche Naturschützer bleiben bei ihrer Ablehnung. ( Quelle: Killig)
Dresden

Geschützte Tierarten wie Biber oder Lachs hätten unter den Auswirkungen einer Staustufe zu leiden. Befürchtet würden auch negative Folgen für die Wasserqualität. Das Bundesumweltministerium unterstütze die Haltung Sachsens.

Der Bau der Staustufe mit einer Wasserkraftanlage ist seit Jahren umstritten. Sie soll bei Decín - elf Flusskilometer vor der Grenze zu Sachsen - entstehen, damit die Elbe in Tschechien das ganze Jahr über für den Schiffsverkehr genutzt werden kann. Das Bauwerk soll nach früheren Angaben etwa 220 Millionen Euro kosten, Tschechien hofft auf Geld von der Europäischen Union. Wirtschaftsvertreter unterstützen das Vorhaben. In Tschechien gibt es bereits 24 Staustufen in der Elbe. In Deutschland ist die bei Geesthacht in Schleswig-Holstein die einzige. Die Entscheidung über den Bau wird letztlich in Tschechien getroffen. Sachsen will mit dem Nachbarland weiter im Gespräch bleiben, machte Kupfer deutlich.

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_7128]

Sachsens Umweltexperten führen vor allem den Artenschutz ins Feld: Die im Freistaat lebenden Biber etwa bräuchten den genetischen Austausch mit ihren Artgenossen in Tschechien. Die aber lebten unmittelbar im Bereich der Staustufe, ihr Lebensraum werde durch die Anlage erheblich gestört, so die Argumentation.

Betroffen wären auch geschützte Fische wie Lachs oder Neunauge. Der Lachs beispielsweise hat seine historisch angestammten Laichgewässer oberhalb der Staustufe. Seine Wanderung in Richtung Atlantik würde erheblich gefährdet, weil die Schutzmaßnahmen an der Staustufe nach Ansicht der sächsischen Experten nicht ausreichen. Das schlimmste Szenario: Die 15 bis 20 Millimeter langen Junglachse geraten in die Turbinen.

„Wir haben nur eine Umwelt, und die muss man erhalten", sagte Minister Kupfer. Er habe die Hoffnung, dass die Europäische Union eingreift, so sich Tschechien trotz der auch von zahlreichen Umweltverbänden geäußerten Bedenken für den Bau entscheiden sollte. Denn in den Unterlagen aus Tschechien fehle der Nachweis, dass Bau und Betrieb der Staustufe mit den Zielen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie vereinbar sei. Die verbiete, dass die Wasserqualität sinkt. Das sei aber zu befürchten.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Dresdner Stadtrat hat am Mittwochabend der Finanzierung des Kulturpalast-Umbaus zugestimmt. Damit ist der Weg jetzt nahezu frei für die umfassende Sanierung und Neugestaltung des Gebäudes.

05.04.2012

Der wegen seiner Homosexualität unter anderem in Russland von bewaffneten Organen und in Deutschland von Neonazis bedrohte Grünen-Spitzenpolitiker Volker Beck wird jetzt auch offen aus Sachsen heraus verbal angegriffen.

05.04.2012

Auf Wunsch von Zuschauern wiederholt der NDR die Dokumentation „Der Sturz - Honeckers Ende“. Für den 90-minütigen Film von Eric Fiedler ist auch die einst mächtigste Frau der DDR, Margot Honecker (84), interviewt worden.

04.04.2012