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Mitteldeutschland Sachsen droht Winterchaos mit Schnee und Sturm am Wochenende
Region Mitteldeutschland Sachsen droht Winterchaos mit Schnee und Sturm am Wochenende
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16:28 06.01.2010
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Dresden

In Ostsachsen könne es glatt werden, wenn sich in den Flockenwirbel Regen mische. In den ersten Kommunen wird indes das Streusalz knapp, in Nordsachsen wurden die ersten Wälder wegen drohenden Schneebruchs gesperrt. Dagegen wird die weiße Pracht in den Wintersportgebieten im Erzgebirge sehnlich erwartet. Dort herrscht bei guten Bedingungen an Wochenenden auf den Hängen Hochbetrieb.

„Die Telefone stehen nicht mehr still, am Wochenende ist alles ausgebucht“, sagte Silke Kragl-Weidlich von der Tourismus-Information Schöneck im Vogtland. Vor allem für die Winterferien im Februar gebe es Anfragen „ohne Ende“ und fast keine freien Betten mehr. „Die vergangenen Wochenenden waren sensationell“, bestätigte Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) aus Altenberg im Erzgebirge. „Auf den Hängen war ein Betrieb wie auf der Prager Straße in Dresden.“ Die Menschen in der Region seien winterliche Verhältnisse gewöhnt.

Laut Weber vom Deutschen Wetterdienst müsse mit mindestens 15 bis 20 Zentimeter Neuschnee oder mehr gerechnet werden. Verantwortlich ist eine sogenannte Vb-Wetterlage, die schon 2002 in Sachsen für das Jahrhunderthochwasser gesorgt hat: Ein Tief zieht von der Adria zur Danziger Bucht. Die kalte Luft könne jetzt aber nicht so viel Feuchtigkeit speichern wie damals im Sommer, so dass der Niederschlag geringer ausfalle. Der Sturm werde erst am Sonntag wieder abflauen, sagte Weber.

Derzeit liegt am 1214 hohen Fichtelberg im Erzgebirge, Sachsens höchstem Punkt, mit 34 Zentimeter die dickste Schneedecke. In Zinnwald und in Muldenberg (Vogtland) sind es 23 Zentimeter. Für die Wintersportler fahren am Wochenende Sonderzüge von Dresden aus nach Altenberg und ins Osterzgebirge.

Unterdessen geht in einigen Städten langsam das Streusalz zur Neige. Wegen der großen Nachfrage komme es bei der Lieferung zu Verzögerungen, teilte die Stadtreinigung Leipzig mit. Bei weiterem Schnee seien „schwierige Straßenbedingungen“ zu erwarten. Auch aus Zwickau wird ein Salz-Engpass vermeldet. Dresden dagegen hat Verträge mit mehreren Lieferanten, zur Not komme das Salz aus Polen, hieß es. Auf den Autobahnen wurden laut Autobahnamt am vergangenen Wochenende 4300 Tonnen Salz gestreut. In der Döbelner Region wurden sechs Kilometer Fangzäune gegen Schnee-Verwehungen aufgebaut. Für den Notfall stehe ein Schneefräse bereit, hieß es.

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_285]In Nordsachsen wurden bereits Waldabschnitte gesperrt. Auf den Bäumen laste derart viel Schnee, dass die „extreme Gefahr“ bestehe, dass die Kronen brechen und herabstürzen, teilte das Landratsamt in Torgau mit. Der Frost behindert auch die Bauarbeiten an der umstrittenen Waldschlößchenbrücke in Dresden. Straßen- und Tiefbau pausierten, es könne zudem nicht geschweißt werden, teilte die Stadtverwaltung mit. Die Talsperrenverwaltung warnt trotz anhaltender Kälte vor dem Betreten zugefrorener Stauseen. Um Platz für die Schmelze im Frühjahr zu schaffen, werde bereits Wasser abgelassen. Dadurch bildeten sich Hohlräume unter der Eisdecke.

dpa

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