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Cybercops, Autodiebe, Drogenhändler –so kriminell war Sachsen 2017

Aktuelle Statistik in Dresden vorgestellt Cybercops, Autodiebe, Drogenhändler –so kriminell war Sachsen 2017

Die zunehmende Bedrohung Krimineller aus dem Internet ist ein Schwerpunkt in der aktuellen sächsischen Kriminalitätsstatistik. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Justizvollzugsbeamte nehmen einem Angeklagten im Gerichtssaal die Handschellen ab. Die Zahl der Straftaten in Sachsen ist 2017 leicht gesunken.

Quelle: dpa

Dresden. Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) hat am Freitag die aktuelle Kriminalitätsstatistik vorgestellt. Die wichtigsten Fragen und Antworten.


Ist die Kriminalität in Sachsen tatsächlich zurückgegangen?

Laut Kriminalitätsstatistik ja. Die Aufklärungsquote stieg um 3,4 auf 59,2 Prozent. Allerdings gilt das nicht für alle Bereiche. So ist beispielsweise die Cyberkriminalität angestiegen. Andererseits entfallen von den 323 136 Fällen allein 24 000 auf die Affäre um den Dresdner Finanzdienstleister Infinus. Sonst sehe die Bilanz noch besser aus.

Hat der Kampf gegen den Autoklau etwas gebracht?

Die 2013 beim Landeskriminalamt (LKA) eingerichtete SOKO KFZ und die länderübergreifende Zusammenarbeit mit Polen und Tschechien tragen Früchte. 383 Autos wurden 2017 weniger gestohlen –ein Rückgang um 13,3 Prozent. Rund 2500 entwendete Fahrzeuge insgesamt bedeuten den niedrigsten Wert seit zehn Jahren. Mehr als ein Viertel der Diebstähle konnten aufgeklärt werden. 38 Prozent der Täter stammten nicht aus Deutschland. 

Welche Wirkung haben die Fahndungsgruppen?

Gemeinsame Fahndungsgruppen von Bundes- und Landespolizei meldeten fast täglich Erfolge von den Autobahnen –allerdings wurden eben nicht alle Autos in Sachsen gestohlen. Hochburgen des Autoklaus sind Leipzig und Dresden vor Görlitz.

Gibt es in den Großstädten noch immer so viele Diebstähle insgesamt?

Ja, auch wenn die Zahl in Sachsen um 8 Prozent gesunken ist. Jede dritte Tat wird in den Polizeidirektionen (PD) Leipzig oder in Dresden verübt, jede sechste in der PD Chemnitz. Dahinter folgen die PD Görlitz und die PD Zwickau.

Woher kommen die Täter?

Knapp 80 Prozent aus Deutschland. Von den 20,7 Prozent ausländischen Tatverdächtigen, waren knapp die Hälfte Zuwanderer.

Wie ist der Stand bei Straftaten von  Zuwanderern?

Sie erhöhten sich von 18 828 auf 19 769. Häufigste Delikte waren Diebstahl, Körperverletzung und Rauschgift. Nach wie vor geht ein Drittel der Straftaten allein auf 677 Mehrfachtäter zurück, die im Durchschnitt elf Straftaten begingen. Dabei liegen Libyer (168), Tunesier (101), Marokkaner (81) und Georgier (71) ganz vorn in der Statistik.

Was ist mit den Verstößen gegen das Asylrecht?

Ein deutlicher Rückgang – um 8000 Fälle. Das entspricht 32 Prozent.

Stimmt es, dass es immer gefährlicher wird, sich auf die Straße zu trauen? ?

Nein. Zumindest ist die Gewaltkriminalität um 8,5 Prozent zurückgegangen. Hier liegt die Aufklärungsquote mit 77,9 Prozent besonders hoch. 

Wie entwickelt sich die Internetkriminalität?

Das ist eine der größten Baustellen. So haben Angriffe auf Datennetze im vergangenen Jahr um 23,7 Prozent zugenommen. Auch die Straftaten, die mit Hilfe des Internets ausgeübt wurden, stiegen um knapp 9 Prozent. Ganz oben dabei Ware- oder Warenkreditbetrug, Geldbetrug und Beleidigung. Laut einer Forsa-Studie war 2017  jeder zehnte Sachse von Computerviren betroffen.

Gibt es überhaupt realistische Zahlen auf diesem Gebiet?

Nein. Das Innenministerium schätzt, dass die Dunkelziffer in Sachsen bei rund 600 000 Internet-Delikten im Jahr liegen dürfte. Deshalb wird Sachsen ein Cybersicherheitsgesetz erarbeiten, das Cybercrime-Kompetenz-Center beim LKA ausbauenen und weitere Informatiker zu Cybercops ausbilden. Bisher gibt es 26 Absolventen.

Welches Risiko bergen die offenen Grenzen zu Polen und Tschechien?

Ein sinkendes. Die Zahl der Straftaten im Grenzgebiet ist so niedrig, wie seit zehn Jahren nicht mehr. Negativ: Kfz-Diebstahl und Rauschgiftdelikte werden in diesen Orten häufiger als im Landesdurchschnitt registriert.

Was ist mit der Drogenkriminalität?

Die Zahl der Rauschgiftdelikte ist 2017 um zwar 24,3 Prozent gestiegen. Allerdings gibt es auch eine gute Nachricht: Die höhere Fallzahl kann damit zusammenhängen, dass die Polizei auch wieder stärker kontrolliert hat und, dass die Ergebnisse des Zolls erstmals mit eingeflossen sind.

Welche Gefahr geht von linker und rechter Gewalt aus?

Statistisch eine sinkende. Politisch motivierte Straftaten sanken um knapp zehn Prozent. 2024 rechten Straftaten standen 667 linke Straftaten gegenüber. Auch die Zahl der Angriffe auf Asylunterkünfte ging deutlich zurück: von 117 auf 23.

Von Roland Herold

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