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Sachsen summt immer lauter: Wieder mehr Imker und Bienen im Freistaat

Sachsen summt immer lauter: Wieder mehr Imker und Bienen im Freistaat

Nach mehreren Jahren des stetigen Rückgangs der Zahl von Imkern und Bienen interessieren sich wieder mehr Sachsen für das Halten der Insekten. In einem Bienenvolk leben zum Sommerfang im Juni die meisten Tiere, dann können es bis zu 60.000 Bienen je Volk sein.

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In Sachsen hat die Zahl der Bienenvölker wieder zugenommen. Im Moment gibt es etwa 35 000 im Freistaat.

Quelle: dpa

Dresden. In einem Bienenvolk leben zum Sommerfang im Juni die meisten Tiere, dann können es bis zu 60.000 Bienen je Volk sein. Mit der Zunahme der Zahl der lateinisch Apis mellifera genannten Europäischen Honigbiene ist auch die Anzahl der Imker gestiegen und kletterte seit 2006 jährlich um drei Prozent auf jetzt etwa 3700. Einen wesentlichen Grund für den Anstieg sieht der Landesverband Sächsischer Imker, in dem mit knapp 3400 Mitgliedern die meisten Imker Sachsens organisiert sind, in einer Förderung des Umweltministeriums, die seit 2004 existiert.

Verbandsvorsitzender Michael Hardt spricht in Dresden von einem "wichtigen Köder", mit dem Interessenten für die Imkerei gewonnen werden können. Um die 100 Euro je Bienenvolk, die für bis zu fünf Völker und aus EU-Mitteln gezahlt werden, erhalten zu können, muss ein Neu-Imker dem Umweltministerium zunächst nachweisen, dass er einen Imker-Lehrgang absolviert hat, wie ihn etwa der Landesverband anbietet. Ein Imker hält im Durchschnitt in Sachsen knapp zehn Bienenvölker. Außerdem muss der Neuling einen Imker-Paten, also einen erfahrenen Bienenzüchter, haben, der sich um ihn kümmert. Eine weitere Bedingung für die Förderung besteht darin, dass der neue Imker seine Bienenzucht mindestens fünf Jahre lang betreiben muss.

Hardt, der die Kosten einer kompletten Anfängerausstattung für Imker mit rund 2000 Euro beziffert (Förderung bis zu 500 Euro möglich), berichtet davon, dass in den vergangenen Jahren regelmäßig jeweils mehr als 100 Imker solche Anträge gestellt hätten. Die Gelder werden nach den Richtlinien des Ministeriums ausschließlich vom Landesverband, der in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen feiert, ausgezahlt. "Darüber hinaus haben zahlreiche Imker, die sich nach der Förderung erkundigt haben, mit der Bienenzucht begonnen, ohne die Förderung in Anspruch zu nehmen, weil sie die bürokratischen Hürden gescheut haben", ergänzt Hardt.

Umweltminister Frank Kupfer (CDU), der einschätzt, dass es "kaum einen ökologisch wichtigeren Zweig als Imkerei gibt", verweist darauf, dass im vergangenen Jahr Neu-Imker mit rund 58000 Euro gefördert worden seien. Für die verpflichtenden Lehrgänge für künftige Bienenzüchter habe der Landesverband Fördergelder von etwa 21000 Euro erhalten. Kupfers Einstufung der Imkerei als "ökologisch wichtig" hat ihre Berechtigung: Die Bienen sorgen für die Bestäubung der100 wichtigsten Kulturpflanzen.

Bienen, die in der Bundesrepublik nach Rindern und Schweinen drittwichtigste Nutztiere sind und mit ihrem Honig sowie Wachs für einen Nutzwert von jährlich rund vier Milliarden Euro verantwortlich gemacht werden, sammeln in Sachsen im Jahr etwa 1061 Tonnen Honig, was je einzelnem Volk knapp 30 Kilogramm entspricht. "Überwiegend erzeugen die Imker im Freistaat Blütenhonig aus der Früh- und Sommertracht sowie Sortenhonig aus Raps, Robinie, Linde und regional auch Heide", sagt Verbandsvorsitzender Hardt. Den Weg zum Discounter oder in den Supermarkt findet kaum ein Honigglas sächsischer Imker. Fast alle Bienenzüchter im Freistaat vermarkten ihren Blütennektar direkt. "Wer keinen Imker in seiner Nähe kennt, kann gern bei Imkervereinen nachfragen, wo es überall Hobbyimker gibt", sagt Hardt. "Honig vom Imker schmeckt intensiver als der handelsübliche und jedes Jahr anders - je nachdem, wo die Bienen jeweils unterwegs gewesen sind."

Damit die Bienen an noch mehr Stellen in Sachsen unterwegs und auf Nektarsuche sein können, fordern die Imker, dass etwa in Gärten sowie an Straßenrändern oder auf Verkehrsinseln statt Rasen Blumen gepflanzt werden. "Insekten benötigen Blütenpflanzen", begründet Hardt. Er argumentiert damit, dass die Kosten der Kommunen oder Gärtner für Blumen statt Gras langfristig nicht höher seien, weil weitaus seltener gemäht werden müsse - nur einmal im Jahr im Herbst.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.04.2013

Sven Eichstädt

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