Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Sachsen will Kinder früher gegen Masern impfen lassen
Region Mitteldeutschland Sachsen will Kinder früher gegen Masern impfen lassen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:49 27.12.2016
Schutzimpfung (Symbolbild) Quelle: dpa
Leipzig

Kinder im Freistaat sollen künftig um den vierten statt den fünften Geburtstag herum die zweite Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln erhalten. Die Sächsische Impfkommission empfiehlt sie nach Angaben des Gesundheitsministeriums zur Vorsorgeuntersuchung U8 statt wie bisher zur U9. Hintergrund für das Vorziehen ist die Tatsache, dass immer weniger Eltern die letzte Früherkennungsuntersuchung vor Schulbeginn wahrnehmen. «Nur so erreichen wir mehr Kinder und damit bald auch höhere Impfquoten bei Schulanfängern», sagte Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU).

Bei Masern müssten diese «unbedingt auf schnellstem Wege» erhöht werden, erklärte sie auch mit Blick auf das Ziel, die Krankheit bis 2020 in Deutschland zu eliminieren. Im Fokus dabei steht die gezielte Aufklärung gerade junger Mütter. «Viele verkennen die Schwere und die möglichen Komplikationen der so genannten Kinderkrankheiten, auch weil sie sie nie erlebt haben», berichtete Klepsch. Aber Masern seien keine harmlose Kinderkrankheit, wie der Tod eines Mädchens in Hessen zeige, das an einer chronischen Gehirnentzündung als Spätfolge einer Masernerkrankung starb.

Nach Einschätzung des Robert Koch Instituts (Berlin) war Deutschland 2015 von der Masernausrottung so weit entfernt wie lange nicht. Auch Sachsen verzeichnete nach Ministeriumsangaben im Vorjahr vermehrt Ausbrüche der Krankheit. Wie aus einer Antwort auf die Kleine Anfrage der AfD-Landtagsfraktion hervorgeht, waren nur 73,6 Prozent der Mädchen und Jungen bei der Schulaufnahmeuntersuchung 2014/15 dagegen geimpft. Bei den Vierjährigen lag die Quote bei 97,4 Prozent.

Auch bei Mumps und Röteln betrug die Durchimpfungsrate bei den ABC-Schützen mit je 73,4 Prozent rund 20 Prozent weniger als bei Kitakindern. Und nicht mal die Hälfte der Schulanfänger war gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten geimpft. Der Anteil der gegen Grippe Geimpften unter den sechs Monate bis sechs Jahre alten Kindern betrug im Schnitt der vergangenen fünf Jahre höchstens 15 Prozent.

LVZ

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sachsens CDU-Fraktionschef Frank Kupfer (54) fordert im Interview eine härtere Gangart gegenüber dem Koalitionspartner und mehr Emotionen und klare Worte in der eigenen Partei.

28.12.2016

Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) hält eine Videoüberwachung weiterer neuralgischer Punkte in Sachsen für denkbar. Der Datenschutzbeauftragte des Landes, Andreas Schurig, warnt dagegen vor falschen Vorstellungen. „Mehr Videoüberwachung soll als Allheilmittel zur Schaffung von mehr Sicherheit im öffentlichen Raum dienen. Das ist ein falsches Versprechen“, sagte Schurig am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

27.12.2016

Leipzig nimmt Abschied von Kurt Masur, in sächsischen Orten werden Flüchtlinge attackiert und im Schatten des Legida-Jahrestags überfallen Rechtsextreme Connewitz. LVZ.de dokumentiert dramatische Höhepunkte 2016 – Januar bis März.

27.12.2016