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Historischer Schritt Sachsen will weitere menschliche Gebeine aus Museen zurückgeben

Sachsens Kunstministerin spricht von einem „enorm wichtigen und historischen Moment“. Erstmals gibt das Land menschliche Gebeine aus seinen Museen zurück. Die Übergabe ist auch eine Stunde der Scham.

Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) entschuldigte sich für die lange Wartezeit.

Quelle: dpa

Dresden. Sachsen will weitere menschliche Gebeine aus Museumssammlungen an die Herkunftsländer zurückgeben. Das kündigte Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) am Montag bei der erstmaligen Rückgabe menschlicher Überreste an Vertreter der Inselkette Hawaii an. Es war die erste Rückgabe aus deutschen Museen an Hawaii überhaupt. Sachsen liegen noch weitere Rückgabeforderungen aus Australien, Neuseeland und Namibia vor. In welchem Umfang sächsische Museen noch Gebeine besitzen, ist nicht genau bekannt. Sie waren meist in der Kolonialzeit nach Sachsen gelangt und dort Bestandteil anthropologischer Sammlungen geworden.

Stange bedauert lange Wartezeit

Im konkreten Fall hatten Vertreter einer Organisation für die Rechte und Belange der Ethnien in Hawaii die Rückgabe beantragt. Stange bedauerte am Montag die lange Wartezeit und entschuldigte sich dafür. Die Gebeine würden nun „rehumanisiert“ - von Objekten mit einer Inventarnummer zu sterblichen Überresten von Menschen: „Mit der Rückgabe geben wir den Verstorbenen und deren Familien ihre Würde zurück.“ Stange musste bei ihrer kurzen Ansprache mit den Tränen kämpfen, genau wie Kamana'opono Crabbe vom Office of Hawaiian Affairs in der folgenden Ansprache. Er nannte die Rückgabe einen Akt großer Gerechtigkeit.

Gäste aus Hawaii nehmen Gebeine in Empfang

Nanette Snoep, Direktorin der Völkerkundemuseen in Dresden, Leipzig und Herrnhut, erinnerte an diejenigen, deren Überreste damals nach Dresden kamen. „Sie hatten eine Familie, und ihre Lebensgeschichte machte sie zu Opfern im Namen von Wissenschaft, Kolonialismus und ungleichen Machtverhältnissen.“ Die Verstorbenen seien gegen den Willen ihrer Angehörigen nach Europa gekommen. „Die Leere, die dadurch entstanden ist, hat schmerzliche und unheilbare Lücken hinterlassen: emotional, religiös, spirituell und historisch. Die Trauer der Hinterbliebenen hat sich über Generationen fortgesetzt. Restitution ist ein Weg für Heilung und Gerechtigkeit.“

Nach Angaben von Snoep hatten die Gäste aus Hawaii die Gebeine am Vorabend im Völkerkundemuseum Dresden in einer persönlichen Zeremonie in Empfang genommen. Für die Iwi Kupana - die Gebeine der Vorfahren - begann damit ihre Reise nach Hause.

Von LVZ

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