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Mitteldeutschland Sachsen zahlt sich den Wolf
Region Mitteldeutschland Sachsen zahlt sich den Wolf
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22:07 17.05.2018
Der Wolf gehört seit 2002 wieder zu Sachsen. Seither hat er sich allerdings nicht nur Freunde gemacht. Quelle: dpa
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Dresden

 Der Wolf ist dem Freistaat Sachsen lieb, aber vor allem teuer. Das geht aus einer Antwort des Sächsischen Umweltministeriums auf eine Kleine Anfrage des CDU-Abgeordneten Andreas Heinz hervor. Waren es 2010 noch rund 115 000 Euro insgesamt, die in Öffentlichkeitsarbeit (samt Kontaktbüro), Präventionsmaßnahmen, wissenschaftliche Begleitung und Schadensausgleich flossen, so steigerte sich diese Summe im vergangenen Jahr bereits auf stolze 764 000 Euro.

Wie das Haus von Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) weiter mitteilte, seien Statistiken über die Gesamtkosten erst seit 2010 geführt worden. Allerdings hatte die LVZ bei einer Anfrage im Jahre 2015 die Auskunft erhalten, dass bis zum damaligen Zeitpunkt 1,8 Millionen Euro ausgegeben worden waren. Insgesamt ergibt sich aus der aktuellen Antwort und den früheren Angaben nun eine Summe von über vier Millionen Euro seit dem Jahre 2002.

Während allerdings beispielsweise im vergangenen Jahr je rund eine Viertelmillion Euro für Öffentlichkeitsarbeit, Prävention und wissenschaftliche Begleitung ausgegeben wurden, betrug die Schadensausgleichsumme für betroffene Schafszüchter gerade mal 13 600 Euro. Die Lausitzer AfD-Abgeordnete Silke Grimm kritisierte darum am Donnerstag: „Ein Heer von Öffentlichkeitsarbeitern und Wissenschaftlern soll den Bürgern die Wiederansiedlung des Wolfes schmackhaft machen – geschädigte Tierhalter schauen größtenteils in die Röhre.“

Der CDU-Abgeordnete Heinz, der auch agrarpolitischer Sprecher seiner Fraktion ist, hatte bereits Anfang der Woche erklärt: „Mit Blick auf die bereits vorhandene Anzahl an Wölfen und deren zu erwartender weiterer Ausbreitung steht für uns fest: Der uneingeschränkte Schutz des Wolfes ist in der jetzigen Form nicht mehr gerechtfertigt.“ Umweltminister Schmidt setzt sich deshalb für eine zentrale Einheit zur Unterstützung der Vollzugsbehörden der Länder ein. Diese soll bei der Vergrämung und Entnahme von verhaltensauffälligen Wölfen zum Einsatz kommen.

Anders sehen das jedoch die Grünen. Nach einer Anhörung im Landtag sagte der umweltpolitische Sprecher Wolfram Günther: „Der Schutz von Weidetieren ist völlig unabhängig von der Anzahl der Wölfe nötig, deshalb bietet der Abschuss einzelner Tiere keine vernünftige Alternative, die Weidetierhaltung zu unterstützen.“

Laut Kontaktbüro Wölfe gab es bis Anfang Mai 25 Meldungen von Zwischenfällen in Sachsen. In 12 davon wurde der Wolf als Verursacher festgestellt oder konnte nicht ausgeschlossen werden. Dabei wurden 36 Tiere getötet und sieben verletzt. Im Freistaat leben derzeit 14 Rudel und vier Paare.

Von Roland Herold

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