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Mitteldeutschland Sachsens Bildungsminister will an Kopfnoten festhalten
Region Mitteldeutschland Sachsens Bildungsminister will an Kopfnoten festhalten
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15:56 27.11.2018
Archivfoto Quelle: dpa
Leipzig

Sachsens Bildungsminister Christian Piwarz (CDU) will auch künftig weiter an Kopfnoten auf Schulzeugnissen festhalten und dafür unter Umständen juristische Mittel einsetzen lassen. „Eine Bewertung der sozialen Kompetenzen von Schülern steht für mich nicht zur Disposition“, sagte der Unionspolitiker am Dienstag. Piwarz reagierte damit auf ein Gerichtsurteil vom Montag, in dem Kopfnoten in wichtigen Zeugnissen als nicht verfassungsgemäß eingestuft wurden. Sein Ministerium prüfe derzeit, „die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Dresden vor dem Oberverwaltungsgericht Bautzen anzugreifen“, sagte der Unionspolitiker.

Unterstützung erhielt Piwarz am Dienstag dabei von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). „Lehrer sollen eben nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch erziehen und Sozialkompetenz beurteilen", sagte Kretschmer und fügte an: „Hätten wir die Kopfnoten noch nicht, so müssten wir sie erfinden." Auch als Vater werde er sich dafür einsetzen, "dieses vernünftige Instrument in Zukunft beizubehalten."

Piwarz: Beklagen Werteverfall in der Gesellschaft

Laut Sachsens Bildungsminister haben die Einschätzung von Arbeits- und Sozialverhalten gerade heute eine wichtige Bedeutung. „In Zeiten, in denen wir einen zunehmenden Werteverfall in der Gesellschaft beklagen, wo verbale Grenzüberschreitungen schnell auch in Gewalt nicht nur gegenüber Mitschülern und Lehrern ausarten, muss Schule mehr denn je auch ihrem Erziehungsauftrag nachkommen“, sagte Christian Piwarz. Insofern wundere ihn auch, dass diese Form der Bewertung überhaupt öffentlich in Frage gestellt werde.

Bei Schülervertretern hatte der Richterspruch am Montag indes große Freude ausgelöst. „Wir sind generell gegen Kopfnoten und begrüßen daher die Dresdner Entscheidung“, sagte Landesschülersprecher Noah Wehn der LVZ. Sächsische Lehrer seien durch diese Bewertungen im Zeugnis gezwungen, außerschulische Kompetenzen der Schüler einzuschätzen, in die sie gar keinen Einblick hätten.

Ausgangspunkt des Gerichtsurteils war ein sächsischer Oberschüler, der gegen diese Bewertungen auf seinem Abschlusszeugnis geklagt hatte, weil sie seine Bewerbungschancen mindern würden. Die Dresdner Richter gaben dem Jugendlichen Recht, verwiesen unter anderem auf das Sächsische Schulgesetz, in dem Kopfnoten nicht als Norm festgelegt wurden. Als Konsequenz aus der Entscheidung muss dem Oberschüler nun ein zurückdatiertes Abschlusszeugnis ohne diese Zensuren ausgestellt werden.

Von Winfried Mahr / Matthias Puppe

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