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News Sachsens Blitz-Hitliste der letzten Jahre: Im Freistaat gewittert es besonders oft

Sachsens Blitz-Hitliste der letzten Jahre: Im Freistaat gewittert es besonders oft

Donnerwetter: Am Himmel über Sachsen blitzt es laut einer aktuellen Studie besonders häufig. 3,5 Mal schlägt es im Freistaat pro Jahr und Quadratkilometer ein – mehr als doppelt so oft wie im Nachbarbundesland Thüringen.

Leipzig. Hier sind es laut einer am Donnerstag vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie veröffentlichten Untersuchung nur 1,5 Blitze pro Jahr und Quadratkilometer. Auch eine Hitliste mit den blitzreichsten Tagen haben die Forscher erstellt.

Über einen Zeitraum von 14 Jahren, von 1999 bis 2012, werteten Experten der TU Bergakademie Freiberg insgesamt knapp 700.000 Blitze im Freistaat aus. An der Spitze der 30 blitzreichsten Tage rangieren danach drei Termine im Juli. Mehr als 24.000 Mal schlug es am 29. Juli 2005 in Sachsen ein. Grund war die Superzelle eines Hitzegewitters, die auch Orkanböen und mehrere Tornados auslöste. Ähnlich heftig rumorte es am 20. Juli 2004 (21.086 Blitze) und am 5. Juli 2012 (19.720) am Himmel.

Leipziger WM-Hagel in Top 20

Platz zwölf der Hitliste (8100 Blitze) dürfte vielen Leipzigern noch in leidiger Erinnerung sein. Am 16. Juni 2006, während der Fußball-Weltmeisterschaft, zog ein heftiger Hagelschauer über die Stadt, der tausende Autos und auch Häuserfassaden und Fensterscheiben demolierte. Allein 3600 Blitze innerhalb einer halben Stunde wurden am 24. August 2011 rund um Leipzig gezählt. Damals sorgte ein Unwetter für Chaos in der Stadt, beschädigte Boote am Cospudener See und deckte auch ein Haus in der Südvorstadt ab – in den Blitz-Charts reichte es immerhin zu Platz 16 (6900 Blitze). Auf Rang 30 findet sich das Unwetter vom 30. Juni 2012 wieder. Damals schlug einer der knapp 5400 Blitze auf dem "With Full Force"-Festival in Roitschjora bei Leipzig ein  – 69 Menschen wurden verletzt.

„Sachsen gehört zu den blitzreichsten Regionen Deutschlands“, heißt es im Fazit der Experten. Und: Die Anzahl der Blitze pro Tag in Sachsen sei in den vergangenen Jahren gestiegen. Den Grund sehen die Forscher vor allem in der geografischen Lage: Da sich im Erzgebirge die Luftmassen stauen, erhöhe sich auch die Gewitterhäufigkeit. Insgesamt registrierten die Wissenschaftler mithilfe des Blitzinformationsdienstes Deutschland (BLIDS) im Schnitt 46.800 Blitze pro Jahr, die meisten davon in den Sommermonaten. Der Spitzenwert wurde 2007 mit 86.000 erreicht, die wenigsten gab es 1999 (22.500).

Meiste Blitze im Osterzgebirge

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Insgesamt werteten die Forscher knapp 700.000 Blitze im Freistaat aus.

Quelle: dpa

Besonders hoch ist die Blitzdichte laut Studie im Osterzgebirge sowie an der nördlichen Landesgrenze zu Brandenburg, in einem Streifen von Torgau über Riesa bis Hoyerswerda. Dass es in den urbanen Regionen in und um Leipzig und Dresden besonders häufig kracht, konnten die Forscher nicht belegen. Mit 3,1 Blitzen pro Quadratkilometer liegt das Elbtal zwar vor dem Leipziger Land (2,1), aber deutlich hinter dem Osterzgebirge – mit 4,1 Einschlägen pro Quadratkilometer Spitzenreiter bei den Wolke-Erde-Blitzen. Ähnliche hohe Werte werden bundesweit nur noch in Oberbayern oder im Schwarzwald erreicht. Insgesamt nimmt die Blitzverteilung deutschlandweit von Norden nach Süden deutlich zu.  

Für die Bevölkerung ist das imposante Schauspiel am Himmel immer auch mit Gefahren verbunden: „Gewitter und Blitzaktivitäten bergen hohe Risiken für Umwelt und Gesellschaft“, so das Landesamt. Bedrohlich seien dabei auch Begleiterscheinungen wie Hagel, Windböen und Starkregen. Erst am 1. Mai waren in Leipzig durch einen Blitzeinschlag im Zoo vier Menschen, zwei Kinder und zwei Erwachsene, verletzt worden. In Limbach-Oberfrohna musste am 13. Mai ein kleiner Junge wiederbelebt worden. Er hatte sich mit seiner Familie im Garten aufgehalten, als der Blitz einschlug. Vier weitere Personen wurden schwer verletzt.

Die vollständige Studie der TU Bergakademie Freiberg (64 Seiten) gibt es zum Download auf der Internetseite des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.

Robert Nößler

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